10.04.2018
 

Aufbau einer Dachbegrünung

Aus diesen 7 Schichten besteht ein Gründach

Während ein nacktes oder bekiestes Flachdach eine durchschnittliche Lebensdauer von 15–25 Jahren hat, kann ein Gründach bis zu 40 Jahre alt werden. Neben vielen anderen Vorteilen macht das eine Dachbegrünung für Hausbesitzer attraktiv, denn die lange Lebensdauer spart Sanierungskosten. Damit das auch funktioniert, ist der richtige Aufbau einer Dachbegrünung wichtig. Aus diesen Schichten besteht ein Gründach.

Aufbau Dachbegrünung - Schichten GründachBild größer anzeigen
Aufbau eines Gründachs: Extensive Dachbegrünung mit hohem SpeichervermögenFoto: Paul Bauder GmbH & Co. KG

Grundlage für den Aufbau einer Dachbegrünung ist die Dachbegrünungsrichtlinie, erarbeitet von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL). Die Schichten eines Gründachs sind sowohl bei der extensiven als auch bei der intensiven Dachbegrünung weitgehend gleich. Bei einer mehrschichtigen Bauweise unterscheiden sich dann nur die Dicken der einzelnen Schichten.

Aufbau einer Dachbegrünung in mehrschichtiger Bauweise (Nennung der Schichten von unten nach oben)

7. Dachaufbau / Dachunterkonstruktion
Dabei muss auf eine ausreichende Tragfähigkeit des Daches sowie eine gute Dämmung geachtet werden. Oft kümmert sich ein Dachdecker um Dachaufbau, Abdichtung und Wärmedämmung, ein Betrieb aus dem Garten- und Landschaftsbau übernimmt dann im Anschluss die Aufbringung der Substrat- und Vegetationsschicht.

6. Dachabdichtung beziehungsweise Wurzelschutzbahn
Sorgen, dass die Wurzeln der Begrünung die Dachabdichtung zerstören, müssen sich Hausbesitzer nicht machen. Es gibt von nahezu allen Herstellern wurzelfeste Dachabdichtungen. Wichtig ist dabei das Prüfzeugnis "Wurzelfest nach FLL". Ist die Dachabdichtung nicht wurzelfeste, kann eine zusätzliche Wurzelschutzfolie aufgebracht werden.

5. Schutzlage
Diese Schicht besteht aus Vliesen oder Gummigranulatmatten zum Schutz der Dachabdichtung vor mechanischer Beschädigung. (Bei einer extensiven Dachbegrünung ist die Schicht 0,5 - 1 Zentimeter dick, bei einer intensiven Dachbegrünung 1 Zentimeter.)

4. Dränageschicht
Diese Schicht im Gründach speichert das Niederschlagswasser und leitet des überschüssige Wasser zur Entwässerung. Die Dränage kann aus Schüttgütern wie z.B. Lava ("Schüttgüterdränage") oder Kunststoffen ("Festkörperdränage") bestehen. (Bei einer extensiven Dachbegrünung ist die Schicht 2 - 6 Zentimeter dick, bei einer intensiven Dachbegrünung mit 6 - 12 Zentimetern doppelt so hoch.)

3. Filterschicht
Das 0,5 Zemtimeter hohe Filtervlies aus Kunststoff trennt die Dränage von der Vegetationstragschicht und verhindert das Einschlämmen von Feinanteilen in die Dränage.

2. Vegetationstragschicht
Bei der extensiven Dachbegrünung besteht die 5 - 10 Zentimeter dicke Vegetationstragschicht aus einem spezielles, technisch hergestellten Extensivsubstrat.
Bei der intensiven Dachbegrünung wird eine 20 - 35 Zentimeter dicke Schicht aus Intensivsubstrat aufgetragen.
Oberboden kann für die Dachbegrünung nicht verwendet werden. Er hat deutlich schlechtere Dränage-Eigenschaften und eine höhere Gewichtsbelastung.

1. Pflanzschicht / Vegetationsschicht
Bei der extensiven Dachbegrünung kommen als letzte Schicht trockenheitsangepasste, langjährige bewährte Pflanzenarten zum Einsatz. Aufgebracht werden sie durch Saat, Sedum-Sprossen, Flachballen-Stauden oder Vegetationsmatten.
Bei der intensiven Dachbegrünung ist die Pflanzschicht mit dem Garten vergleichbar. Sie besteht aus Rasen, Stauden und Gehölzen.

Bei der extensiven Dachbegrünung ist auch eine einfachere Variante als einschichtige Bauweise realisiert werden. Dann fallen Dränageschicht und Filterschicht weg, dafür werden mindestens 8 Zentimeter Extensivsubstrat aufgetragen. 

 
 
 
 
Quelle: Energie-Fachberater.de / FBB Fachvereinigung Bauwerksbegrünung
 

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