10.05.2017
 

Ist eine Dachbeschichtung sinnvoll?

Rein kosmetische Maßnahme für Dachziegel und Dachsteine

Wer sich auf regionalen Messen zum Thema Bauen & Wohnen umsieht, ist dem Thema Dachbeschichtung bestimmt schon begegnet. Manchmal wird Hausbesitzern eine solche Beschichtung sogar an der Haustür angeboten. Geworben wird mit einer deutlichen Kosteneinsparung im Vergleich zur Neueindeckung, einheitlicher Optik und Wertsteigerung. Doch stimmt das überhaupt? Wie sinnvoll ist eine Dachbeschichtung?

Dachbeschichtung mit AbplatzungenBild größer anzeigen
Die Dachbeschichtung ist eine rein kosmetische Maßnahme. Und auch ein nachträglich beschichtetes Dach kann nach kurzer Zeit schonwieder so aussehenFoto: Dachdecker Verband Nordrhein
Edelengobierte DachziegelBild größer anzeigen
Nicht mit einer Dachbeschichtung zu verwechseln: Bei edelengobierten Dachziegeln wird die glänzende Farbschicht schon bei der Produktion aufgebracht und eingebranntFoto: Dachdecker Verband Nordrhein

Ausgangspunkt für die Überlegungen zu einer Dachbeschichtung sind oft optische "Mängel". Verschmutzungen, Algen und Moosbewuchs sollen mit einer Dachbeschichtung weichen und weiterer Grünbewuchs verhindert werden.

Was passiert bei einer Dachbeschichtung?
Meistens wird die Dachfläche vor der Beschichtung mit einem Hochdruckreiniger von Schmutzresten gesäubert. Dachexperten sehen darin schon die ersten Risiken. Denn meistens übernehmen diese "Dachreinigung" keine ausgebildeten Dachdecker. Daher kann es schon beim unsachgemäßen Betreten der Dachfläche zu Beschädigungen kommen. Im schlimmsten Fall kann der harte Druck des Hochdruckreinigers sogar die Unterdeckung beschädigen. Dann hat Feuchtigkeit an diesen Leckagen ungehinderten Eintritt in die darunter liegende Dachdämmung. Die Folge ist eine oft jahrelang unentdeckte Schimmelbildung.

In einem zweiten Schritt werden Dachziegel oder Dachsteine meistens durch Aufsprühen "beschichtet". Dadurch entsteht ein mehr oder weniger dünner "Film" auf der Dachfläche und eine zunächst einheitliche Optik. Aber auch die Dachbeschichtung ist Witterungseinflüssen, Temperaturschwankungen und Windsog ausgesetzt, so dass es schon nach kurzer Zeit zu Abblätterungen der Beschichtung kommen kann.

Fazit: Dachbeschichtung nur wenig sinnvoll

Ob sich Moos oder anderer Grünbewuchs auf dem Dach bildet, hängt zum Beispiel von Schneedauer, Himmelsrichtung, Material der Dacheindeckung und Dachneigung ab. Diese Flechten und Moose sind absolut unschädlich für Dachziegel und Dachsteine. Eine Dachbeschichtung fördert nicht die Funktionalität des Daches, sie macht es weder dichter noch haltbarer, sondern ist eine rein kosmetische Maßnahme, die eine Neueindeckung nicht ersetzen kann. Achtung auch bei einer asbesthaltigen Dacheindeckung: Die Beschichtung von asbesthaltigem Material und die damit verbundenen Reinigungsarbeiten sind gesetzlich verboten! Solche Arbeiten dürfen nur von den dafür qualifizierten Unternehmen (Kenntnisprüfung nach TRGS 519) vorgenommen werden.

Nicht verwechseln sollten Hausbesitzer übrigens eine Dachbeschichtung mit einer farbigen Engobe oder Edelengobe, wie sie von den Dachziegelherstellern angeboten werden. Bei der Engobe werden meist mineralische Farbpigmente vor dem Brennen des Ziegels aufgebracht. Die Edelengobe ist die hochglänzende "glasierte" Version der Engobe. Bei Betondachsteinen erfolgt vor dem Härten des Betons eine Durchfärbung mit Farbpigmenten. 

 
 
 
 
Quelle: Dachdecker Verband Nordrhein
 

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