10 Jahre Ratgeber Sanierung
Expertenwissen
 

Fassadendämmung auf der Grenze nur ausnahmsweise möglich

Vor der Sanierung beim Bauamt informieren und mit Nachbarn sprechen

Grundstücksgrenze
 
Viele Hausbesitzer möchten ihr Haus mit einer fachgerechten Fassadendämmung vor Wärmeverlusten schützen. Bei einem freistehenden Haus ist das kein Problem. Es lässt sich ringsum mit einer Dämmung einpacken. Was aber, wenn das Haus auf der Grenze steht? Darf die gedämmte Fassade nach der Sanierung auf Nachbars Grundstück ragen? Nicht in jedem Fall, sagen die Experten der ARGE Baurecht.
Eingerüstetes Einfamilienhaus: Sanierung von Dach und FassadeBild größer anzeigen
Bei einem freistehenden Einfamilienhaus gibt es keine Probleme: Das Haus kann ringsum mit einer schützenden Dämmung eingepackt werdenFoto: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

In der Regel darf die Fassadendämmung nicht auf dem Nachbargrundstück platziert werden, warnen Experten der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) im Deutschen Anwaltverein (DAV). Allerdings gehen immer mehr Bundesländer dazu über, hier Ausnahmeregelungen zu schaffen und die Dämmung über die Grundstücksgrenze hinaus zu ermöglichen, sofern sie den Anrainer nicht einschränkt. Entsprechende nachbarrechtliche Regelungen existieren bereits in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Bremen. Demnach ist der Nachbar unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, eine vom Nachbargrundstück auf sein Grundstück übergreifende Wärmedämmung zu dulden. Allerdings nur, wenn er dadurch lediglich geringfügig beeinträchtigt wird und eine vergleichbare alternative Wärmedämmung nicht mit vertretbarem Aufwand zu erzielen ist. Auch eine Fassadendämmung, die dicker ist als von der Energieeinsparverordnung gefordert, muss der Nachbar nicht hinnehmen.

Die ARGE Baurecht rät sanierungswilligen Hausbesitzern in jedem Fall: Zunächst beim Bauamt informieren, dann mit dem Nachbarn sprechen und danach erst den Handwerker mit der Fassadendämmung beauftragen. So lässt sich Ärger vermeiden.

Andere Lösungsmöglichkeiten: Überbaurente oder Abfindung
Ist beim Nachbarn ausreichend Platz auf dem Grundstück, kann der sanierungswillige Hausbesitzer versuchen, eine Grenzregelung auszuhandeln. Entweder bezahlt er ihm eine so genannte Überbaurente, die in der Regel aber recht gering ist, oder er bietet ihm für die überbaute Fläche eine Abfindung in Höhe des ortsüblichen Grundstückspreises an. Wie auch immer die Vereinbarung aussieht, sie sollte schriftlich festgehalten und ins Grundbuch eingetragen werden, damit sie auch für spätere Grundstückseigentümer noch bindend ist.

 
 
 
 
Quelle: ARGE Baurecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) / Verband privater Bauherren e.V.
 
 
 
 

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