Expertenrat

Ich habe keine Unterspannbahn im Dach. Kann die Dämmung der Geschossdecke bei Regen Schaden nehmen?

Unser Experte Andreas Skrypietz antwortet

Frage von Fred D. am 07.03.2018 

Ich habe eine Frage zur Dämmung der obersten Geschossdecke. Ich habe von unten eine Dampfbremse/Klimamembran verbaut, press an die Kehlbalken und dazwischen Steinwolle zur Dämmung. Da ich der 100% Dichtheit der Dampfbremse nicht vertraue, bin ich derzeit damit beschäftigt, die über der Steinwolle befindende Schlacke zu entfernen. Wenn die Schlacke entfernt ist, wird dieser Raum mit weiterer Steinwolle gedämmt und darüber quer möchte ich zur Wärmeisolierung noch etwa 15 - 20 cm Dämmfilz/Klemmfilz über Dämmung und Kehlbalken legen. Da darüber nichts mehr wäre, könnten mögliche Leckagen aus der Dampfbremse/Klimamembran entweichen und das Problem von unten ist geklärt. Jedoch ist der Dachboden nicht ausgebaut und man kann direkt die Frankfurter Pfannen sehen. Meine Sorge ist nun, dass sich Regenwasser bei Starkregenereignissen in die Dämmwolle der Geschossdecke setzt und nicht ordentlich trocknen kann, da diese Dämmung zu Dick ist. Ist diese Sorge berechtigt oder kommen durch die kleinen nach unten abfallenden Ziegelschlitze keine nennenswerten Wassermengen durch und es ist von daher zu vernachlässigen? Es handelt sich um eine Deckenfläche von 150 m². Das Problem von unten zu beheben ist leider nicht mehr möglich, da unter der Dampfbremse eine abgehängte Rigipsdecke hängt, die Wohnung bewohnt ist. Eine Lösung von oben ist die einzige Alternative. 

Antwort von Andreas Skrypietz 

Bei einem Dachaufbau ohne regenführende Unterkonstruktion können am besten Sie selber beurteilen, ob nennenswerte Regenmengen eindringen: Ist Ihr Dachboden nach Regenfällen – vor allem in Verbindung mit starkem Wind oder Sturm – feucht oder ist er trocken? Ist Ihr Dachboden bei jedem Wetter trocken, können Sie die nachträgliche Dämmung offen lassen. Aber ich möchte Folgendes zu bedenken geben: Eine Dacheindeckung ohne regenführende Unterkonstruktion sollte in Ihrem eigenen Interesse regelmäßig kontrolliert werden, daher würde ich den Dachboden mit einer begehbaren Oberfläche ausstatten. Bei einem trockenen Dachboden reicht diese Schalung als Schutz für die Dämmung aus. Sollte Feuchtigkeit eindringen, sollten Sie unter die Schalung noch eine feuchteadaptive Dampfbremse einbauen. Dann ist Ihre nachträgliche Dämmung auch gegen eindringende Feuchtigkeit aus dem Bereich des Daches geschützt.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

Wie wollen Sie sich weiter informieren?

 

Sanierungsforum


Stellen Sie Ihre Fragen an unsere Experten

Zu allen Fragen/Antworten im Sanierungsforum »
 
 
 
Energie-Fachberater.de verwendet Cookies. Durch die Nutzung unseres Ratgeberportals stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung