Expertenrat

Wie kann ich einen kleinen Raum von innen dämmen?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von K L. am 09.12.2018 

Ich interessiere mich für Ihre Klima-/Wärmeplatten und habe einige Fragen:
Ich möchte einen recht kleinen Raum von innen wärmeisolieren, der nur sporadisch als Wellnessraum (Badewanne und Infrarotheizkabine) beheizt und genutzt werden wird. Folgende Gegebenheiten:

  • 8,5 qm (22,1 m3) 
  • 2 Außenwände (Nordwand: 6,4 qm, Ostwand: 10,5 qm inkl. Fenster)
  • Wand: Altbau, Ziegel, 32 cm, wahrscheinlich Hohlkammer
  • Heizquelle: Infrarotstrahler bei Raumbenutzung, ansonsten unbeheizt
  • Anspruch: Raum soll sich bei Benutzung schnell aufheizen und Wärme halten; Schimmelvorbeugung aufgrund hoher Feuchtigkeit beim Baden, insbesondere auch hinter der Infrarotkabine, die in der Außenwandecke stehen wird

Sind Klima-/Wärmeplatten (Kalziumsilikatplatten) überhaupt geeignet und die 1. Wahl, oder gibt es bessere Alternativen? Welchen Wärmeisolationswert haben Ihre Platten? Welche Plattenstärke ist zu empfehlen? Ist eine Dampfbremse nötig? Sollte die Decke mit isoliert werden (darüber Dachboden unbeheizt)? Die Ecken zwischen Wänden und Decke sind viertelrund. Welche Lösung gibt es dafür?

Wie hoch ist der Materialbedarf? Ist die Verlegung mit handwerklichem Geschick selbst machbar? Gibt es eine Anleitung? Können Sie mir ein unverbindliches Angebot machen?  

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Kalziumsilikatplatten besitzen als spezielle Qualität einen besonders hohen pH-Wert, sodass es Schimmelpilze schwer haben, die Oberfläche zu besiedeln. Dagegen sind die wärmedämmenden Eigenschaften vergleichsweise mäßig. Der Preis ist hoch, sodass sich ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis einstellt. 


Prinzipiell ist Ihre Überlegung aber richtig, für die beabsichtigte Anwendung mit einer Innendämmung zu arbeiten. Innen gedämmte Räume lassen sich rasch aufheizen, da die Wärme speichernde Masse der Wände/Decken fehlt. Allerdings lassen sich die gewünschten Eigenschaften auch weitaus preiswerter und effizienter erreichen, z.B. mit Polystyrolschaum-Verbundplatten. Deren Wärmedämmung ist bei gleicher Dämmstoffstärke etwa 1,5 bis 2-mal so gut. Eine zusätzliche Dampfbremse ist nicht erforderlich. Die Decke über dem Raum ist wärmetechnisch genau so relevant wie die Wände bzw. der Fußboden und muss also auch gedämmt werden. Unabhängig vom gewählten Dämmstoff ist besonders darauf zu achten, dass der Dämmstoff überall etwa gleich stark angebracht werden sollte (Fensterlaibungen!). Die Anbringung muss so erfolgen, dass der Dämmstoff nicht mit Raumluft hinterlüftet werden kann. (Lesen Sie zum Thema Ausführung einer Innendämmung). 


Da es sich um einen kleinen Raum mit geringem Volumen handelt, ist bei einer Wellnessanwendung rasch mit einer Wasserdampfsättigung der Raumluft zu rechnen. Daher sollten unbedingt Maßnahmen ergriffen werden, die einen raschen Luftwechsel ermöglichen (Lüftungsanlage, weit geöffnete Fenster). Ein geeichtes elektronisches Hygrometer ist hilfreich, um den Anstieg der Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten. Nach der Anwendung sollte die Luftfeuchtigkeit im Winterhalbjahr rasch wieder weniger als 50 % betragen. 

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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