10 Jahre Ratgeber Sanierung
Expertenrat

Welche Materialien eigenen sich für die Untersparrendämmung im Dach?

Unser Experte Die Redaktion von Energie-Fachberater.de antwortet

Frage von Christian B. am 09.04.2017 

Ich möchte mein Dach ausbauen und zusätzlich eine Dämmung von innen mit einer Untersparrendämmung anbringen. Welches Material ist perfekt hierfür? Ich würde 60 mm zusätzlich dämmen.

Gibt es spezielle Dämmmaterialien für eine Untersparrendämmung und sind diese ihr Geld wert? 

Antwort von Die Redaktion von Energie-Fachberater.de 

Für die Dachdämmung von innen eignen sich unterschiedliche Dämmstoffe. Während Kunststoff-Elemente auch bei niedrigen Aufbauhöhen einen hohen Wärmeschutz bieten, benötigen mineralische Dämmstoffe mit etwas schlechteren Werten eine stärkere Schicht. Aus ökologischer Sicht werden sie dagegen besser bewertet.

Welches Dämmmaterial zum Einsatz kommt, hängt nicht zuletzt auch von den Bedingungen vor Ort, insbesondere der freien Höhe im Dachraum ab.

Wichtig zu wissen ist, dass das Dach nach der Dämmmaßnahme die Anforderungen der Energieeinsparverordnung einhalten muss. Der U-Wert darf dabei nicht schlechter als 0,24 W/m²K sein. Mit einer leistungsfähigen Kunststoffdämmung (WLG 025 oder besser) benötigen Sie hier bereits eine Schicht von mindestens 10 cm. Verwenden sie dagegen eine mineralische Dämmung (WLG 035 oder besser), benötigen Sie eine Schichtdicke von mindestens 14 cm.


Um die freie Höhe im Dachraum beizubehalten, empfiehlt sich hier die Kombination von Zwischen- und Untersparrendämmung. Wie das funktioniert, erklären wir im Beitrag "Perfektes Duo: Zwischensparrendämmung mit Untersparrendämmung".


Um eventuelle Feuchteschäden durch eine ungünstige Konstruktion zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen die Beratung durch einen Energieberater vor Ort. Diesen finden Sie unter anderem über unsere Energieberater-Suche.

Denken Sie auch daran, dass die KfW die Dachdämmung mit hohen Zuschüssen fördert. Die Mittel aus dem Programm 430 "Energieeffizient Sanieren – Investitions­zuschuss" gibt es dabei sogar bei Umsetzung der Maßnahme in Eigenregie. Mehr dazu erklärt Dipl.-Ing. Alexander Neumann im Beitrag "Förderung für die Dachdämmung".

Weitere Informationen zum Thema finden Sie in der Rubrik "Dachdämmung".


Kommentare

Christian B.

Das Dach ist bereits mit einer Zwischensparrendämmung von 140 mm gedämmt, aber danach kommen gleich Lattung und Ziegel.
 
Reicht  innen die Dämmung von 60 mm oder kann ich mir diese sogar sparen?

Die Redaktion von Energie-Fachberater.de

Wird die vorhandene Zwischensparrendämmung durch eine 60 mm starke Untersparrendämmung der Wärmeleitgruppe 035 ergänzt, verbessert sich der U-Wert des Daches um etwa 0,14 W/m²K. Abhängig vom übrigen Dachaufbau und der Konstruktion sinken die Energiekosten, die über das Dach entstehen dabei um etwa 0,8 bis 1,20 Euro je Quadratmeter und Jahr. Mit Kosten von 30 bis 60 Euro je Quadratmeter für die Maßnahme rechnet sich die Investition auch mit Förderung erst nach vielen Jahren. Aus wirtschaftlicher Sicht lohnt sich die zusätzliche Dämmung daher wahrscheinlich nicht.

Da wir die Qualität der Konstruktion sowie der eingesetzten Werkstoffe aus der Ferne nicht beurteilen können, kann das Ergebnis auch besser ausfallen. Abklären kann das jedoch nur ein Energieberater aus Ihrer Nähe.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 
 
 

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