10 Jahre Ratgeber Sanierung
Expertenwissen

In welchem Zustand befindet sich Ihre Fassade?

Eine klassische Untergrundprüfung bringt Klarheit

Putzschäden
 
Die Untergrundprüfung und -bewertung ist eine der schwierigsten Aufgaben bei der Fassadensanierung. Gegenstand der Untergrundprüfung ist einerseits die Beurteilung der Oberfläche der Fassade, andererseits die Feststellung erkennbarer Mängel. Experte Frank Frössel erklärt, mit welchen Prüfmethoden Hausbesitzer dem Zustand der Fassade auf den Grund gehen.
Abriebprobe mit der Hand: Kreidet der Untergrund der FassadeBild größer anzeigen
Vor der Sanierung der Fassade lässt sich mit einer Abriebprobe prüfen, ob die Oberfläche der Fassade zum Beispiel kreidetFoto: Frank Frössel

Eine klassische Untergrundprüfung beinhaltet Prüfmethoden, die von der visuellen Betrachtung der Fassade bis hin zur Schichtdeckenmessung reichen.

  • Inaugenscheinnahme der Fassade: Sind sichtbare Schäden vorhanden
  • Benetzungsprobe: Wird eine Fläche der Fassade mit Wasser benetzt, lassen sich die Wasseraufnahme und das Saugverhaltens der Fassadenoberfläche prüfen. Die Methode ist auch geeignet, um feine Risse im Beton oder Putz sowie Fette oder Öle auf Zinkflächen zu erkennen.
  • Lösemittelprobe: Diese ist wichtig, weil sich nicht alle Beschichtungen kombinieren lassen. Deshalb sollten Hausbesitzer die alte Beschichtung kennen. Auf die zu prüfende Stelle wird Nitro-Verdünnung aufgetragen, unterschiedliche Beschichtungen lösen sich dann verschieden stark.
  • Abriebprobe: Hier wird mit der bloßen Hand überprüft, ob bei einem Darüberstreichen das Kreiden, Mehlen oder Sanden der Oberfläche der Fassade zu beobachten ist.
  • Klebebandtest: Klebeband wird auf den Untergrund gedrückt und dann ruckartig abgerissen. Die Rückstände der Altbeschichtung auf dem Klebeband lassen Rückschlüsse auf die Haftung der vorhandenen Beschichtung auf dem Untergrund zu. Sind keine Reste auf dem Klebeband, hat die Beschichtung noch eine gute Haftung auf dem Untergrund.
  • Kratzprobe: Auch diese Prüfungkann leicht durchgeführt werden. Dabei kratzt der Hausbesitzer mit Messer oder Spachtel bis zum Untergrund. Splittert das geteste Material dabei ab, haftet der Untergrund schlecht.
  • Gitterschnitt: Bei der Gitterschnittprüfung wird der Untergrund durch mehrere parallel verlaufende und sich kreuzende Schnitte versehen. Anschließend erfolgt die Prüfung und Beurteilung der Haftung auf der Basis eventueller Abplatzungen der Altbeschichtung an den Gitterschnittflanken.
  • pH-Wert-Messung: Vor allem vor einem Neuanstrich wird bei Beton- oder Putzuntergründen der pH-Wert geprüft.
  • Abklopfen der Oberfläche der Fassade auf Hohlstellen
  • Temperaturmessung
  • Feuchtigkeitsmessung: Wichtig, damit sich Beschichtungen nicht verfärben.
  • Schichtdickenmessung: Das ist vor allem wichtig, wenn es um den Wetterschutz oder Brandschutz geht. Zum Einsatz kommt entweder ein elektronisches oder ein Ultraschall-Messgerät. 

Festigkeitsprüfungen im Sinne einer Materialprüfung oder Prüfungen des Untergrundes auf Haftzugfestigkeiten gehören nicht zum Umfang einer klassischen Untergrundprüfung. Der Untergrund der Fassade muss mindestens so fest sein, dass der neue Putz auf der gesamten Fläche aufgetragen werden kann. Bei besonders groben oder unregelmäßigen Oberflächenstrukturen (z. B. Münchener Rauputz) müssen Hausbesitzer bei der nachfolgenden Beschichtung sicherstellen, dass der Auftrag gleichmäßig erfolgt.

 
 
 
Quelle: Frank Frössel / www.Energie-Fachberater.de
 
 
 
 

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