10 Jahre Ratgeber Sanierung
13.04.2014
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Neues Glas statt neue Fenster

Scheibentausch senkt Energiekosten und erhöht Wohnkomfort

Der Austausch der Scheiben in bestehenden Fensterrahmen ist im Vergleich zum kompletten Fenster-Tausch weniger aufwendig. Deshalb sollten Hausbesitzer auch diese Option in Erwägung ziehen. Ein Energieberater analysiert die baulichen Voraussetzungen und stellt fest, ob sich die Modernisierung der Fenster auf einen Austausch der Verglasung reduzieren lässt.

Handwerker beim Austausch der FensterscheibeBild größer anzeigen
Der Austausch der Fensterscheibe ist eine gute Alternative zur Anschaffung neuer FensterFoto: Glaserei Erhard Hauke

Werden ausschließlich die Gläser saniert, lässt sich die Baustelle schneller abwickeln zudem fällt weniger Schmutz und Lärm an. Haben Eigentümer diese Option ins Auge gefasst, sollten sie sich von einem Energieberater unterstützen lassen. Auch auf den bloßen Scheibenaustausch treffen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung EnEV 2014 zu. Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim erklärt: "Wenn die Fläche der getauschten Scheiben mehr als zehn Prozent der jeweiligen Bauteilfläche des Gebäudes entspricht, gelten die Vorgaben der EnEV." Über Details weiß der Energieberater Bescheid. Dieser kann feststellen, ob die Rahmen der Fenster mit den Dichtungen und Beschlägen noch in Ordnung sind. "Eine professionelle Planung und Baubegleitung durch einen unabhängigen Energieberater kann von der KfW mit bis zu 2.000 Euro gefördert werden", hebt der Holzbauingenieur Benitz-Wildenburg hervor. Arbeitet der Energieberater Hand in Hand mit einem qualifizierten Handwerksbetrieb können Eigentümer sicher gehen, dass beim Glastausch Bauphysik, Wärmebrücken, Kondensatbildung und Gebrauchstauglichkeit beachtet werden.

Scheibentausch für Fenster Baujahr 1985 bis 1995
Der Glastausch kommt vor allem für Fensterrahmen in Frage, die in den späten achtziger und frühen neunziger Jahren mit Zweifach-Isolierglasern eingebaut wurden. "Ab 1995 wurden Zweifach-Verglasungen eingesetzt, die dank einer Silberbeschichtung auf der Scheibe und einer Argon-Gasfüllung im Zwischenraum etwa dreimal so gute Wärmedämmwerte (Ug-Wert 1,1 W/m²K) haben wie die Scheiben davor (Ug-Wert 2,7 – 3,0 W/m²K)", erläutert Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Flachglas. Mit dem U-Wert sollten sich Eigentümer auch über den g-Wert des Glases informieren. Dieser ist dafür zuständig, wie viel kostenlose Sonnenenergie das Glas zur Heizunterstützung durchlässt. Ein guter Standard sind ca. 60 Prozent. "Bei großen Glasflächen zur Südseite hin kann ein Sonnenschutzglas sinnvoll sein, das einen bewusst niedrigen g-Wert von vielleicht 30 Prozent hat", rät Grönegräs.

Was ist bei der Wahl der Scheiben zu beachten?
Aus energetischer Sicht ist der Einbau von Dreifachisoliergläsern (Ug-Wert 0,7 W/m²K, g-Wert = 60 Prozent) am sinnvollsten. "Dies erfordert jedoch eine geeignete Rahmenkonstruktion, die ein Dreifachisolierglas mit mindestens 36 mm Gesamtglasdicke aufnehmen kann", führt Benitz-Wildenburg aus. Hinzukommt das wesentlich höhere Gewicht einer Dreifachverglasung. "Damit das höhere Gewicht statisch keine Probleme macht, sind stabile Beschläge notwendig", so Benitz-Wildenburg. Bei Holzfenstern ist es je nach Zustand möglich, die Breite des Glasfalzes so anzupassen, dass sich Dreifachgläser einsetzen lassen. Grundsätzlich können Holzfenster, je nachdem wie die Scheibe im Rahmen versiegelt wurde, etwas mehr Montageaufwand verursachen als Kunststofffenster. Benitz-Wildenburg betont: "Am besten funktioniert ein Glasaustausch bei Fenstern mit einer sogenannten Trockenverglasung, bei der sich die Dichtprofile einfach lösen lassen."

Energieeffizienz und Wohnkomfort
Bei einem Haus mit 30 Quadratmetern Fensterfläche und Fenstern mit einem U-Wert von 1,0 anstatt 3,9 W/m²K lassen sich jährlich bis zu 650 Liter Heizöl einsparen. Bei einem Ölpreis von 0,84 Euro pro Liter sind das jährlich 546 Euro. Neben einem beachtlichen Energieeinsparpotenzial bietet die Modernisierung der Gläser auch mehr Behaglichkeit in den Räumen. Kalte Oberflächen alter Verglasungen und das unangenehme Zuggefühl in der Nähe undichter Fenster gehören der Vergangenheit an.

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Quelle: www.Energie-Fachberater.de / Stefanie Manger
 
 
 
 

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