10 Jahre Ratgeber Sanierung
Expertenwissen

Grundsätze der Sanierung von Hochwasserschäden

Betrachtung von Baustoffen und Bauteilen

Hochwasser
 
Bevor eine Sanierungsempfehlung bei Hochwasserschäden ausgesprochen wird, sollten die verschiedenen Baustoffe oder Bauteile betrachtet werden. Sanierungsexperte Frank Frössel erklärt, welche Baustoffe und Konstruktionen problematisch sind und was sich in den alten Zustand vor dem Hochwasser zurückversetzen lässt.
Sanierung einer Fachwerk-FassadeBild größer anzeigen
Schäden an Fachwerkhäusern sind Härtefälle bei Hochwasser. Holzbauteile müssen rasch getrocknet werden. Im schlimmsten Fall kann die Standsicherheit gefährdet seinFoto: Energie-Fachberater.de

Plattenbauten und die meisten Industriebauten bestehen in der Regel aus Beton, der gegenüber Wasser beständig ist. Problematisch sind Hohlräume zum Beispiel in einer Mehrschichtplatte. Eine technische Bautrocknung (mit Kondenstrockner oder (Ad-)Sorptionstrockner) ist grundsätzlich möglich. Danach muss der Zustand der Kerndämmung geprüft werden. Sind Mauerwerke über Tage durchfeuchtet, kommt es in der Bewertung darauf an, welche Steine und Putze verwendet wurden. Während zum Beispiel Ziegel- und Kalksandsteine relativ einfach getrocknet werden können, gestalten sich durchnässter Porenbeton oder Leichthochlochziegel mit Styroporfüllung als Härtefall. Gipsbaustoffe wie Gips- oder Gipskalkputze sowie Gipskartonplatten sind in der Regel komplett durchnässt und müssen entfernt werden. Kalk-, Kalkzement- oder Zementputze sind nach der Trocknung meistens wieder in ihrem alten Zustand. Dennoch empfiehlt sich in der Regel ein Abschlagen, damit das dahinterliegende Mauerwerk ausreichend austrocknen kann.

Hochwasserschäden in Altbauten
Sind Altbauten vom Hochwasser betroffen, sind in der Regel die vielfach verwendeten Holzkonstruktionen für den Deckenaufbau und Bundwände problematisch. Alle diese Holzbauteile sind zeitnah zu trocknen. Bei Erdgeschosswohnungen, in denen ein Dielenbelag über einer Kappe verlegt ist, muss in der Regel der gesamte Fußbodenaufbau entfernt werden. Das Hauptproblem besteht darin, dass die Dielen und meistens auch die Lagerhölzer an den Randbereichen bereits durch holzzerstörende Pilze und Insekten befallen sind. Diese können sich relativ schnell ausbreiten. Nach ein bis zwei Wochen entstehen erste kleine Fruchtkörper. Mehrere Millimeter pro Tag Wachstumsradius sind keine Seltenheit. Eine nachträgliche Sanierung ist in der Regel unverhältnismäßig, so dass ein Austausch der meist bessere Weg ist.

Härtefälle bei Hochwasser: Schäden an Fachwerk- und Fertigteilhäusern
Ein besonderer Härtefall sind Fertigteilhäuser. Die Statik dieser Holztafel- oder Holzrahmenbauwerke wird durch die montierten Holzwerkstoffplatten erreicht. Die Wärmedämmung wird durch Mineralwolle oder durch alternative Dämmstoffe, wie beispielsweise Holzfaser, Wolle, Schilf, Kork, Papier und Ähnliches erzielt. Diese Dämmstoffe werden sehr schnell durchfeuchtet und durch Schimmelpilze oder holzzerstörende Pilze befallen. Ein kompletter Rückbau ist unerlässlich. Infolgedessen muss die Dampfbremse durchschnitten werden. Des Weiteren treten durch das Quellen der aussteifenden Platten Verformungen auf, so dass zum Einen die Winddichtheit der Gebäude nicht mehr gegeben sind und zum Anderen Putze und andere Beschichtungen gerissen sind. Verbindungen der Holzkonstruktion sind in der Regel geschädigt oder lösen sich auf.

Ähnlich verhält es sich bei Fachwerk- und Lehmhäusern. Diese Gebäude stellen in ihrer Gesamtheit eine Einheit dar. Werden einzelne Bauteile geschädigt, kann sich dies auf die Standsicherheit auswirken. Besonders gut kann man das an Deckenbalken erkennen, die aus Lehmstarken bestehen. Durch die verkeilten Strohwickel bildet die gesamte Decke eine in sich geschlossene Schicht und ist sehr stabil. Der Lehm, der unter normalen Bedingungen das Holz schützt, wirkt sich bei massiver Durchfeuchtung eher ungünstig aus. Grund hierfür ist, dass Lehm nur sehr langsam austrocknet. Lehmwände, Stampflehm oder Lehmsteine erreichen nach einer Durchnässung nicht mehr ihre ursprüngliche Festigkeit.

 
 
 
Quelle: Frank Frössel / www.Energie-Fachberater.de
 
 
 
 

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