10 Jahre Ratgeber Sanierung
Expertenwissen
 

Kellersanierung: Bauwerksdiagnostik erfasst Zustand des Hauses

Bewertung von Mauerwerk und Baustoffen

Feuchtigkeit
 
Vor der Sanierung feuchter Kellerwände steht eine umfangreiche Bauwerksdiagnostik an. Erst danach können Experten entscheiden, welche Sanierungsmaßnahme zum gewünschten Ergebnis führt. Die Bauwerksdiagnostik ist eine Teildisziplin der Bauphysik, die den Ist-Zustand einer Bauteilfunktion und Materialparameter erfasst, dokumentiert, bewertet und entsprechend klassifiziert, erklärt Sanierungsexperte Frank Frössel.
Koffer mit Messgeräten zur Bestimmung des Feuchtegehaltes von MauerwerkBild größer anzeigen
Koffer mit Messgeräten zur Bestimmung des Feuchtegehalts des Mauerwerks vor OrtFoto: aus Frank Frössel "Mauerwerkstrockenlegung und Kellersanierung" (Baulino Verlag)

Als Bestandteil der Bauwerksdiagnostik werden Untersuchungen über den Mauerwerksaufbau (Dimensionen, Materialien, konstruktive Gegebenheiten und Besonderheiten), den Mauerwerkszustand (Feuchtegehalte, Feuchteverteilung, Durchfeuchtungsursachen, Gehalt an bauschädigenden Salzen und deren Verteilung), Eigen- und Verbundfestigkeiten von Baustoffen, die Porengrößenverteilung, Porenform und Materialeigenschaften des Baustoffs durchgeführt.

Die Bauwerksdiagnostik untergliedert sich in drei Arbeitsstufen:

  • visuelle Analyse nach äußeren Merkmalen (visuelle Diagnostik)
  • instrumentelle Messung/Prüfung mit Diagnostikgeräten (instrumentelle Diagnostik) 
  • Analyse der Summe diagnostischer Ergebnisse und deren Bewertung (bewertende Diagnostik)

Bauwerksbesichtigung: Kelleraußenwand
Die erste und einfachste Untersuchung ist die Bauwerksbesichtigung. Hierbei werden zunächst einfache Beobachtungen festgehalten. Für die Instandsetzung von feuchte- und salzgeschädigtem Mauerwerk müssen bei der Kelleraußenwand folgende Punkte festgestellt und dokumentiert werden:

  • Art, Ausführung und Qualität der evtl. vorhandenen Abdichtung
  • evtl. Fehlstellen und/ oder Beschädigungen der Abdichtung 
  • Baugrundverhältnisse und Lastfallbestimmung 
  • Wandaufbau und Mauerwerksquerschnitt 
  • Hohlstellen, Risse, Verunreinigungen etc. im Untergrund 
  • Zustand der Hohlkehle, Bodenplatte oder Fundamente 
  • evtl. bereits durchgeführte Instandsetzungen 
  • Ausführung von Durchdringungen 
  • Ausbildung und Qualität von Rissen, Fugen und sonstigen Öffnungen 
  • Sichtbare Durchfeuchtungen und Feuchtehorizonte 
  • Zustand der Regenentwässerung und sonstigen Zu- und Ableitungen 
  • Art und Zustand einer evtl. Drainage

Bauwerksbesichtigung: Kellerinnenwand
Diese Punkte erfasst die Besichtigung bei der Kellerinnenwand:

  • Art und Intensität von Durchfeuchtungen
  • Größe und Aussehen von Salzausblühungen 
  • evtl. Rissbildungen 
  • evtl. Kondensation  
  • Aussehen von Putz- und Anstrichschäden 
  • evtl. vorhandene Innenabdichtungen 
  • Zustand der Rohrdurchführungen, Öffnungen 
  • evtl. vorhandener Hausschwamm oder andere Hausfäulen

Zweiter Schritt: Feuchtigkeitsmessungen im Keller
Anschließend erfolgen Feuchtigkeitsmessungen im Keller. Da hygroskopische Salze und/oder Kondensation im oberflächennahen Wandbereich das Messergebnis manipulieren können, dienen die Feuchtemessgeräte ausschließlich dazu, eine generelle und qualitative Aussage zur Durchfeuchtung abzugeben. Anschließend müssen unbedingt weitergehende Untersuchungen im Labor bzw. einer Analytik erfolgen.

Weitere Untersuchungen zum Feuchtegehalt: Analyse von Baustoffproben
Die weitere Analytik erfolgt mit den sogenannten chemischen Verfahren – besser bekannt unter dem Namen CM-Methode (Calciumcarbid-Methode) oder Karl-Fischer-Verfahren. Das CM-Gerät besitzt einen großen Bekanntheitsgrad und ist vor allem aufgrund seiner einfachen Anwendung und Handhabung vor Ort sehr beliebt. Die Messmethode besteht darin, dass der Wassergehalt durch eine chemische Reaktion bestimmt wird. Dafür werden Baustoffproben entnommen. Das bekannteste Verfahren zur Untersuchung des Feuchtegehalts ist die sogenannte gravimetrische Messmethode. Dem zu untersuchenden Bauteil wird ein Bohrkern von 30 bis 100 Millimeter Durchmesser entnommen. Diese Materialprobe wird im Labor gewogen, getrocknet und wieder gewogen. Die festgestellte Gewichtsdifferenz stellt den Wassergehalt der Probe dar.
 
Bewertung der Untersuchungsergebnisse gibt Aufschluss über Sanierungsmethode
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Nachdem die Feuchtigkeitswerte (Durchfeuchtungsgrad) ermittelt wurden, muss eine Bewertung erstellt werden. Diese soll Aufschluss darüber geben, welche Sanierungsmaßnahmen absolut notwendig und welche Sanierungsmaßnahmen "nur" sinnvoll sind.

 
 
 
 
Quelle: Frank Frössel
 
 
 
 

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