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Expertenwissen

Schimmelpilz-Gefahr: Keller im Sommer richtig lüften

Lüftung bei warmem Wetter verschlimmert Feuchtigkeits-Probleme

Schimmel
 
Was liegt näher, als die muffigen Abstellräume im Keller über den Sommer einmal kräftig durchzulüften? So denken viele Hausbesitzer und verschlimmern damit oft noch das Feuchtigkeits- und Schimmelpilz-Problem, weiß der Bausachverständige und Schimmelpilz-Experte Holger Rieck vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC). Nur bei kühlem Wetter sollte der Keller gelüftet werden.
Kelleraußenwand mit Schimmel-BefallBild größer anzeigen
Schimmel im Keller ist leider keine Seltenheit. Wer den feuchten Keller im Sommer lüftet, verschlimmert das ProblemFoto: Holger Rieck

Experte Holger Rieck erklärt den Hintergrund: Lässt man im Sommer warme Luft in den kühleren Keller, kondensiert Feuchtigkeit an den kalten Kellerwänden (ähnlich wie bei einer Flasche, die man aus dem Kühlschrank nimmt. An der Flasche bildet sich dann auch Kondensat). Deshalb wird dieses Phänomen auch Sommerkondensation genannt. Auch wenn Hausbesitzer also vermuten, dass die warme Witterung den Keller trocknet – im Sommer sollten Kellertür und Kellerfenster besser geschlossen bleiben. Denn sonst verschlimmern sich die Probleme mit der Feuchtigkeit, was wiederum die ideale Grundlage für einen Schimmelpilzbefall ist.

Einfache Tipps für Hausbesitzer - richtig lüften und Schimmelpilzbildung vermeiden

  • Der beste Zeitpunkt für eine umfangreiche Lüftung des Kellers sind kühlere Tage im Frühjahr oder Herbst. Der beste Lüftungserfolg stellt sich im Winter ein.
  • Muss der Keller dennoch im Sommer gelüftet werden, am besten die frühen Morgenstunden nutzen. Denn die warme Sommerluft am Tag hat meistens eine sehr hohe Luftfeuchte und transportiert somit zu viel Feuchtigkeit. Die besten Lüftungs-Ergebnisse erreichen Hausbesitzer an kühlen Tagen.
  • Bei den Außenwänden im Keller gilt das gleiche Prinzip wie in den Wohnräumen: Möbel nicht zu dicht an die Kellerwand rücken, damit die Luft auch dahinter zirkulieren kann.
  • Ist Feuchtigkeit Dauergast im Keller, sollten sich Hausbesitzer auf die Suche nach der Ursache machen, denn sonst sind Bauschäden und Schimmelpilzbildungen vorprogrammiert. Hierzu sollten sie einen Fachmann wie einen Bauwerksdiagnostiker hinzuziehen.
  • Wenn zum Beispiel eine Abdichtung der Kellerwände gegen Feuchtigkeit fehlt, kann diese bei einer Kellersanierung nachträglich eingebaut werden.

Einfach zusammengefasst bedeutet das: Eine intensivere Lüftung der Kellers in den Wintermonaten ist zweckmäßiger als eine Lüftung in den Sommermonaten.

Keller zu Wohnzwecken muss höhere Anforderungen erfüllen

Während bei einem Keller, der lediglich für die Heizung und als Abstellraum genutzt wird, das richtige Lüften oft ausreicht, muss der Keller für Wohnzwecke höhere Anforderungen erfüllen. Eine Kellersanierung schafft hier die richtige Grundlage für die Umnutzung. Bevor es losgeht, empfiehlt Experte Holger Rieck einen Termin mit einem Fachmann. Denn nur eine gründliche Bauwerksdiagnostik kann Aufschluss darüber geben, welche Maßnahmen erforderlich sind, damit der Keller komfortabel bewohnbar wird.

 
 
 
Quelle: Holger Rieck / www.Energie-Fachberater.de
 
 
 
 

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