Den Keller im Auge behalten
Achten müssen Hausbesitzer nun auch auf ihre Kellerräume. Häufig steht in der Waschküche ganzjährig das Fenster auf, damit Feuchtigkeit und Dunstschwaden abziehen können. Auch hier warnt Sachverständiger Mattis zur Vorsicht: "Wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, können Wasserrohre platzen. Wer verreist, der sollte die Heizung auf keinen Fall zu weit herunterdrehen. Sechzehn Grad sollten auch im vorübergehend unbewohnten Heim immer herrschen." Ist die Wasserleitung oder ein Heizungsrohr doch einmal eingefroren, dann sollten es die Hauseigentümer unbedingt vom Fachmann auftauen lassen. Er muss den Schaden dann möglichst sofort reparieren, sonst kommt es zu Feuchteschäden in Wänden und Böden, und die wiederum ziehen oft Schimmel nach sich. "Keinesfalls sollten die Hausbesitzer mit Lötlampen oder gar dem Schweißgerät ans Auftauen gehen", wart Rüdiger Mattis. "Offenes Feuer ist einfach zu gefährlich!"
Je länger es friert, umso tiefer dringt der Frost in den Boden vor. "Wasserleitungen zu Nebengebäuden, die sonst nie zufrieren, können in einem Jahr wie diesem durchaus einmal einfrieren, warnt der Bausachverständige. Im Zweifel deshalb lieber abstellen und entleeren. Das gilt selbstverständlich auch für alle Gartenwasserleitungen. Selbst wenn sie in der Hauswand laufen, sind sie bei diesen Temperaturen nicht mehr sicher.
Lüften auch an kalten Tagen unentbehrlich
"Wer einen Kamin oder Kachelofen hat, der muss beim Heizen immer an die Sauerstoffzufuhr denken. Sie darf nicht unterbrochen werden. Kamine und Öfen brauchen Frischluft." Gelegentlich wird der Sauerstoff aus dem Keller zugeführt, dort eventuell sogar durch ein offenes Fenster. Das darf jetzt nicht geschlossen werden. Kamin- und Ofenbesitzer sollte sich strikt an die Gebrauchsanweisungen des Schornsteinfegers halten.
"Lüften ist ohnehin unentbehrlich", erinnert Baufachmann Mattis. "Auch an extrem eisigen Tagen muss Frischluft ins Haus, damit alte, feuchte Luft entweichen kann. Statt Dauerlüften empfehlen Fachleute mehrmals täglich Stoßlüften. Und zwar immer fünf bis zehn Minuten lang, am besten auf Durchzug. "Nur frische, trockene Luft erwärmt sich optimal. Bleibt die warme nasse Luft dagegen im Haus, bilden sich feuchte Stellen, Schimmel ist die regelmäßige Folge."
Verkehrssicherungspflicht ernst nehmen
Eiszapfen sehen romantisch aus, sind aber gefährlich, wenn sie unvermutet vom Dach krachen. Deshalb sollten sie nach Möglichkeit abgeschlagen werden. Wachsen sie unerreichbar hoch, etwa an der Kaminabdeckung, dann sollten Hausbesitzer vorsichtshalber den Bereich darunter absperren. "Ihnen obliegt die Verkehrssicherungspflicht. Sie müssen dafür sorgen, dass andere nicht zu Schaden kommen. Das gilt auch auf allen Wegen rings ums Haus", erinnert der VPB-Berater. "Salz ist der Umwelt zuliebe nicht überall erlaubt. Splitt setzt nach dem Auftauen erfahrungsgemäß die Sickerkästen zu. Ideal sind Sand und Asche aus den heimischen Kaminöfen.
"Hausbesitzer sollten während der Kälte immer wieder Kontrollgänge ums Haus unternehmen und dabei Schneeverwehungen an Hausecken und Terrassen- sowie Balkontüren beseitigen. Beginnt es nämlich zu tauen, dann läuft das Tauwasser oft durch die Türen ins Haus oder durchfeuchtet das Mauerwerk." Schwieriger wird es, Schneeverwehungen auf dem Dach zu beseitigen. Dabei können auch hier durch Tauwasser Schäden entstehen. Beispielsweise, wenn auf der Südseite der Schnee direkt auf der Dachfläche aber noch unter der geschlossenen Schneeschicht zu tauen beginnt. Das Wasser kann dann nicht ablaufen und sucht sich seinen Weg über die Ziegel ins Haus. Oft passiert das auch an Kamineinfassungen oder Dachflächenfenstern. "Da hilft nur eins: Nach dem Tauwetter umgehend die Schäden beseitigen lassen. Denn feuchte Wärmedämmung schimmelt – und sie dämmt nicht mehr.
Die Dächer von Carports, Gartenlauben und Garagen sind nicht immer alle für die jetzt herrschenden Schneelasten ausgelegt. Auch hier rät der Fachmann, den sich auftürmenden Schnee vom Dach zu holen, bevor es einbricht. "Das normale Hausdach hierzulande ist allerdings für diese Schneelasten noch ausreichend dimensioniert. Sorgen sich die Hausbesitzer trotzdem, dann sollten sie sich beim Sachverständigen Rat holen."
Checkliste Haus im Winter









