10 Jahre Ratgeber Sanierung
02.06.2015

Hitzefrei!? So behalten Hausbesitzer einen kühlen Kopf

Die besten Tipps für einen guten Wärmeschutz im Sommer

Endlich wird es wärmer! Nicht nur Sonnenanbeter können den warmen Monaten mehr Lebensqualität abgewinnen, auch Hausbesitzer wissen das Sommerleben auf Terrasse und Balkon zu schätzen. Der Spaß hört allerdings auf, wenn die Hitze durch alle Ritzen dringt und den Wohnkomfort in den eigenen vier Wänden erheblich beeinträchtigt. Sauna im Wohn- und Schlafzimmer braucht schließlich kein Mensch! Die besten Tipp zum sommerlichen Wärmeschutz.

Terrasse mit Markise und RollladenBild größer anzeigen
Damit die Sommersonne Wohnräume nicht aufheizt, leistet ein außenliegender Sonnenschutz wie Rollladen und Markise gute DiensteFoto: Bundesverband Rollladen und Sonnenschutz e.V. (BVRS)

Im Winter versucht man mit allen Mitteln, die teuer erzeugte Wärme im Haus zu behalten. Im Sommer hingegen soll die Sonnenhitze am besten erst gar nicht in die Wohnung gelangen. Für kühle Wohnräume im Sommer gibt es drei Ansatzpunkte:

  1. Eine gute Dämmung der Außenbauteile (wie z.B. am Dach und den Außenwänden) funktioniert im Winter wie im Sommer.
  2. Sonnenschutz an den Fenstern, unbedingt außen liegend.
  3. Geringe Abwärmeerzeugung durch Elektrogeräte, Beleuchtung, PC in der Wohnung.

Ein Rundgang durch das Haus hilft, die größten Hitze-Schwachstellen zu identifizieren und gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Station 1: Das Dach
Die exponierte Lage des Daches hat im Sommer zur Folge, dass die Sonne erbarmungslos zuschlägt. Den ganzen Tag über knallt sie aufs Dach. Ohne sommerlichen Wärmeschutz gibt es kein Entrinnen, die Räume in den oberen Geschossen heizen sich extrem auf, nach und nach breitet sich die Hitze im ganzen Haus aus. Dachdämmung oder Dachbodendämmung (je nachdem, ob das Dachgeschoss ausgebaut ist oder nicht) machen Schluss mit dem Hitzestau! Die Dämmung schirmt die Hitze ab, die Räume heizen sich nicht so stark auf, das Raumklima bleibt im angenehmen Rahmen.

Station 2: Fenster
Nach Süden ausgerichtet bescheren große Fenster Hausbesitzer im Winter solare Energiegewinne. Das spart Heizkosten. Im Sommer kann die Fensterfront allerdings zum Problem werden, wenn sich darüber das ganze Haus aufheizt. Zumindest für große Südfenster kann Sonnenschutzglas eine Lösung sein. Es besteht aus eingefärbten oder beschichteten Scheiben, die einem wesentlichen Teil der Wärmeeinstrahlung den Weg in den Raum versperren. Einen ähnlichen Schutz bieten - meist getönte - Reflexionsfolien, die nachträglich von innen auf die Glasflächen geklebt werden. Die Folie ist selbstklebend, jedoch begrenzt haltbar. Auf jeden Fall bewährt hat sich ein außen liegender Sonnenschutz für Fenster und Dachfenster! Geschlossene Rollläden und große Markisen können bei hohen Außentemperaturen viel bewirken. Wer sie zudem noch automatisch steuern lässt, kann sicher sein, am Abend Wohlfühltemperaturen vorzufinden.

Station 3: Haustechnik

Stichwort Smarthome: Wenn sich der Sonnenschutz automatisch steuern lässt, ist auch bei Abwesenheit immer die optimale Verschattung der Fenster gegeben und die Räume können sich nicht aufheizen. Noch komfortabler ist eine kontrollierte Wohnungslüftung oder die automatische Steuerung der Fensterlüftung. Wer sich eine Wärmepumpe einbauen lässt, sollte überlegen, ob eine reversible Wärmepumpe sinnvoll ist. Mit diesen Modellen kann im Sommer auch kühlen. Die Sonne zeigt über Wochen gar keine Gnade und ein Klimagerät ist die letzte Rettung? Dann sollten Hausbesitzer unbedingt auf energiesparende Technik achten! Sonst droht am Ende des Sommer eine teure Stromrechnung.

Die besten Tipps gegen Sommerhitze in den Wohnräumen, die jeder beherzigen kann:

  • Schutz gegen die pralle Sonne ist am wirksamsten, wenn er die Sonnenstrahlen abwehrt, bevor sie Fenster und Fassade erreichen. Wohl dem, der Laubbäume vor dem Haus, einen auskragenden Balkon oder lange Dachüberstände hat.
  • Ein außenliegender Sonnenschutz aus beweglichen Markisen, Jalousien, Rollläden und Klappläden hilft am besten die Sonnenstrahlen draußen zu lassen. Sinnvoll ist es, sie tagsüber geschlossen zu halten und nach Osten schon am Abend zu schließen, bevor die tief stehende Morgensonne ins Haus kann.
  • Auf der Innenseite des Fensters angebrachte Rollos und Vorhänge sind weniger wirksam, denn sie können die wärmenden Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits im Raum sind. Um dennoch eine möglichst hohe Wirkung zu erzielen, sollten sie gut reflektieren, ihre Außenflächen hell oder metallbeschichtet sein.
  • Die Tageshitze strömt auch beim Lüften durch das geöffnete Fenster in die Wohnung. Gelüftet wird deshalb nur in den kühleren Morgenstunden oder spät abends und nachts, wenn es kühler geworden ist. Tagsüber sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben. Auch hinter Rollläden geöffnete Fenster lassen warme Luft herein.
  • Nicht zu unterschätzen ist die Wärmeabstrahlung von Elektrogeräten und Lampen. Auch um Strom zu sparen, sollten diese Wärmequellen nur dann eingeschaltet sein, wenn man sie auch tatsächlich braucht. 
  • An schwülen Tagen sollten zudem Arbeiten mit viel Wasser und feuchter Wäsche vermieden werden, um die Luftfeuchtigkeit in den Räumen nicht noch zusätzlich zu erhöhen.
  • Kühlschränke und Gefriergeräte verbrauchen mehr Strom, wenn die Umgebungstemperatur hoch ist. Die Geräte sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.
  • Auf die richtige Temperatur des Kühlschrankes sollte geachtet werden, denn jedes Grad mehr schluckt zusätzlich Strom. Zum Frischhalten von Lebensmitteln reichen 6 bis 8 Grad Celsius völlig aus. Er sollte besonders im Sommer eisfrei gehalten werden und gerade in der heißen Jahreszeit nach dem Öffnen möglichst schnell wieder geschlossen werden, damit nicht zu viel warme Luft hineindringt.
 
 
 
Quelle: Energie-Fachberater.de / Hessische Energiesparaktion
 
 
 
 

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