10 Jahre Ratgeber Sanierung
18.02.2015
mehr zu WDVS
 

Keine Müllberge durch Fassadendämmung

Alte WDVS aus Styropor mit Aufdopplung verbessern

Sorgt die Fassadendämmung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) aus Styropor dafür, dass wir unseren Nachkommen riesige Müllberge hinterlassen? Zum Glück nicht! Aufgrund der langen Lebensdauer der Systeme sind die Rücklaufmengen nur gering. Damit unnötiger Abfall vermieden wird, raten Experten dazu, alte WDVS zur Verbesserung aufzudoppeln. Dabei wird über dem alten System einfach ein neues WDVS montiert, ohne dass Müll entsteht.

Fassadendämmung mit Wärmedämm-VerbundsystemBild größer anzeigen
Seit mehr als 40 Jahren sind Wärmedämm-Verbundsysteme im Einsatz. Doch bevor Hausbesitzer das WDVS teuer zurückbauen lassen und damit viel Abfall produzieren, sollten sie über eine so genannte Aufdopplung nachdenkenFoto: KfW-Bildarchiv / Fotograf: Thomas Klewar

Das Fraunhofer Institut für Bauphysik Holzkirchen (IBP) und das Forschungsinstitut für Wärmeschutz (FIW) München untersuchten in einer aktuellen Studie die Möglichkeiten zur Verwertung ausgedienter Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) mit Styropor (EPS) als Dämmstoff. Seit mehr als 40 Jahren sind WDVS die mit Abstand meistgenutzte Möglichkeit der Fassadendämmung. Doch die Frage ist: Was passiert mit der Dämmung am Ende der Lebenszeit? Wie lässt sich das WDVS dann weiter verwerten? Das wurde in der aktuellen Studie untersucht.

Alte WDVS nicht zurückbauen, sondern aufdoppeln
Seit mehr als 40 Jahren sind Wärmedämm-Verbundsysteme im Einsatz. Kein Wunder, dass so manche Fassadendämmung in die Jahre gekommen ist, Schäden aufweist und nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die Energieeinsparung entspricht. Doch bevor Hausbesitzer das System teuer zurückbauen lassen und damit viel Abfall produzieren, sollten sie über eine so genannte Aufdopplung nachdenken. Viele Hersteller bieten solche Systeme zur Sanierung von alten WDVS an. Dabei wird über dem alten Wärmedämm-Verbundsystem einfach ein neues angebracht. Im gleichen Zuge können Schäden behoben werden, mit allen Vorteilen von Energieeinsparung und frischer Optik für die Fassade. Laut Studie kann die Nutzungsdauer eines WDVS so auf einen Zeitraum von 40 bis zu 120 Jahren ausgedehnt werden. Deshalb empfehlen die Autoren die Aufdopplung zur Vermeidung von Abfall durch die Fassadendämmung.

Verwertung von alten Wärmedämm-Verbundsystemen
Fehlende Recycling-Möglichkeiten bei alten WDVS haben die Fassadendämmung mit Styropor in Verruf gebracht. Tatsächlich wird die werkstoffliche Verwertung künftig schwieriger, wenn das Flammschutzmittel HBCD als Gefahrstoff eingestuft wird. Bisher konnte WDVS-Abfall beispielsweise zu "EPS-Recyclingplatten" mit bis zu 100 Prozent Recyclinganteil verarbeitet werden, die etwa für die Fußbodendämmung oder als Drainageplatten für die Perimeterdämmung einsetzbar sind. Das wird künftig nur noch für EPS-WDVS ohne Flammschutzmittel möglich sein. Entsprechend große Bedeutung kommt deshalb der energetischen Verwertung von ausgedientem EPS zu. Dafür können die kommunalen Anlagen zur Müllverbrennung genutzt werden, so dass die für die Styropor-Produktion eingesetzte Energie zumindest teilweise zurückgewonnen werden kann.

Insgesamt belegen die Recherchen im Rahmen der Studie ein sehr geringes Abfallaufkommen im Zusammenhang mit Wärmedämm-Verbundsystemen. Grund dafür ist die lange Lebensdauer der Systeme, die über den ursprünglichen Annahmen liegt. Dennoch wird für die kommenden Jahre und Jahrzehnte mit einem erhöhten Rückbauvolumen gerechnet. Die Experten gehen aber davon aus, dass dieses mit den vorhandenen Kapazitäten zur Müllverbrennung leicht beherrschbar ist. Die energetische Verwertung ist für die kommenden zehn bis 20 Jahre wohl die ökologisch und ökonomisch sinnvolle Verwertungsmethode. Die Ertüchtigung bestehender WDVS durch "aufdoppeln" bewerten die Wissenschaftler als Methode mit dem geringsten Abfallaufkommen und geben ihr den Vorzug vor etwaigen Rückbauoptionen.

Für die Zukunft empfehlen die Wissenschaftler die Entwicklung rückbaufreundlicher Befestigungssysteme. Das könnten zum Beispiel temporäre Klebstoffe oder sogar Klettverschlüsse sein. Solche Entwicklungen sollen das Recycling von WDVS künftig erheblich erleichtern.

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Quelle: IBP / FIW / IVH
 
 
 
 

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