20.04.2018

FAQ Barrierefreiheit: Altersgerecht wohnen - 7 Fragen & Antworten

Barrierefreien Umbau meistern

Altersgerecht wohnen - dafür gibt es einige Voraussetzungen. Ein gewissen Grad an Barrierefreiheit zum Beispiel. Doch barrierefreie Wohnungen sind Mangelware, deshalb ist für Eigentümer in der Regel nur ein Umbau der Wohnung oder des Hauses eine Option. Doch was ist wichtig für Barrierefreiheit? Welche Probleme muss der altersgerecht Umbau lösen? Die 7 häufigsten Fragen und Antworten.

Planung BarrierefreiheitBild größer anzeigen
Keine Lösung von der Stange, sondern individuell auf die Bedürfnisse und baulichen Gegebenheiten zugeschnitten - ein barrierefreier Umbau sollte gut geplant werdenFoto: Verband Privater Bauherren (VPB)

1. Wie komme ich ins Haus?
Nicht nur für gehbehinderte Menschen kann im Alter jede Stufe oder Schwelle ein schier unüberwindbares Hindernis und eine potentielle Sturzgefahr werden. Schwellen sollten deshalb bei einem Umbau so weit wie möglich abgesenkt werden. Wer sich nur mit einem Rollator oder Rollstuhl bewegen kann, ist auf eine Rampe angewiesen. Eine automatische Haustüröffnung erhöht Komfort und Sicherheit.

2. Wie kann ich die Treppe überwinden?

Die meisten Wohnungen und auch Hauseingänge sind nur über Treppen zu erreichen. Beidseitige Handläufe an den Treppen sind eine Mindestanforderung. Wer im eigenen Haus die Treppe ins Obergeschoss nicht mehr bewältigt, kann darüber nachdenken, die Wohnräume im Erdgeschoss unterzubringen. Will man das nicht oder geht das nicht, liegt der Gedanke an einen Treppenlift nahe. Die Entscheidung für einen Treppenlift will aber gut bedacht sein – nicht nur wegen der Kosten. Das Krankheitsbild entscheidet letztendlich, ob ein Treppensitzlift oder ein Treppenplattformlift für Rollstuhlbenutzer in Frage kommt. Wenn die baulichen Gegebenheiten es zulassen, ist auch ein Außenlift oder eine Hubplattform am Haus möglich.

2. Wie komme ich durch den Flur?
Häufig bietet der Flur zu wenig Raum, um mit einem Rollator oder gar mit einem Rollstuhl zu rangieren. Die einfachste Möglichkeit, mehr Platz zu schaffen, ist auf die Flurmöbel zu verzichten. Je nach Grundriss ist es vielleicht auch möglich, nichttragende Wände zu entfernen.

3. Wie komme ich bequem durch die Zimmertüren?
Türöffnungen können verbreitert werden, um bequem mit einem Rollator oder Rollstuhl durchzukommen. Überlegenswert ist die Variante mit einer platzsparenden Schiebetür. Um Raum und damit auch Bewegungsfreiheit zu gewinnen, kann gegebenenfalls auch auf die eine oder andere Tür ganz verzichtet werden.

4. Wie bewege ich mich in der Wohnung?
Ausreichende Bewegungsflächen sind das A und O der Barrierefreiheit. Dennoch bedeutet "barrierefrei" nicht immer auch "rollstuhlgerecht". Existieren Bewegungsflächen von 1,20 Meter im Quadrat, spricht man von "barrierefrei". "Rollstuhlgerecht" ist eine Wohnung dann, wenn Bewegungsflächen von 1,50 Meter im Quadrat vorhanden sind. Je nach Bedarf sollte deshalb die gesamte Platzsituation in der Wohnung beziehungsweise im Haus analysiert werden, bevor man mit baulichen Veränderungen beginnt. Denn ist der Flur zu eng und sind die Zimmertüren zu schmal, nutzen große freie Flächen im Wohnzimmer und in der Küche wenig. Um Platz zu schaffen, kann man unter Umständen die Zimmeraufteilung verändern, auf Wände verzichten oder sie entsprechend versetzen.

5. Wie komme ich auf Balkon oder Terrasse?
Um den Höhenunterschied zwischen Wohnraum und Balkon oder Terrasse zu überwinden, sind verschiedene Baumaßnahmen geeignet. Wichtig ist, dass dabei bestimmte bauliche Vorgaben eingehalten werden. Unter bestimmten Bedingungen lässt sich die Schwelle entfernen und eine neue Fenstertür mit Magnetdoppeldichtung einsetzen. Die Anhebung des Balkonbodens ist bei genügend Platz im Wohnraum möglich, so dass man mit einer kleinen Türschwellenrampe auch mit dem Rollstuhl auf den Balkon fahren kann. Eventuell zieht die Erhöhung des Balkonbodens aber eine Geländeranpassung nach sich!

6. Wie kann ich mich sicher und bequem im Bad bewegen?
Das Bad wird mehrfach am Tag genutzt. Die Badtür sollte unbedingt nach außen zu öffnen sein. Für den Fall, dass jemand im Bad gestürzt ist, kann dann eine Person von außen schneller Hilfe leisten. Statt einer Badewanne bietet sich eine bodengleiche Dusche an – mit einem entsprechenden Duschsitz. Für den Duschsitz kann ebenso wie für Haltegriffe in der Dusche und neben der Toilette eine Wandverstärkung erforderlich sein. Wer ohnehin sein Bad umgestaltet, sollte sich für ein Waschbecken entscheiden, an dem man sitzen oder das mit dem Rollstuhl unterfahren werden kann.

7. Wo stelle ich Rollator oder Rollstuhl ab?
Wer auf einen Rollator oder auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte daran denken, dass für diese Hilfsmittel auch ein "Parkplatz" vorhanden sein muss. Dieser liegt idealerweise innerhalb der Wohnung – zum Beispiel im Flur. Muss eine geeignete und diebstahlsichere Abstellmöglichkeit außerhalb der Wohnung gefunden werden, ist es ratsam, die anderen Eigentümer oder Mieter, gegebenenfalls auch den Vermieter, einzubeziehen. 

 
 
 
Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen e. V. / Energie-Fachberater.de
 

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