10 Jahre Ratgeber Sanierung
31.05.2016

Bei Sturmschäden oder Wasser im Keller schnell handeln

Verzögerte Reparaturen verursachen Folgeschäden wie Schimmel

Sie haben freundliche Namen wie Niklas oder Uli. Doch dahinter verbergen sich stürmische Orkantiefs. Oftmals hinterlassen solche Unwetter Sturmschäden am Haus oder der Keller läuft durch Starkregen mit Wasser voll. Solche Sturmschäden sollten möglichst schnell behoben werden. Ansonsten können Folgeschäden vor allem durch Schimmel entstehen.

Dachschaden nach SturmBild größer anzeigen
Sind Sturmschäden am Haus entstanden, gilt es schnell zu handeln, um Folgeschäden wie Schimmel zu verhindernFoto: Verband Privater Bauherren Regionalbüro Bonn

Besonders auf dem Dach richten Stürme oftmals große Schäden an. Dachziegel lösen sich und schlagen weitere Ziegel kaputt. Äste von Bäumen halten dem Sturm nicht Stand, brechen ab und durchschlagen die Dacheindeckung, schädigen die Fassade oder die Regenrinne. Das Dach, das ja zuverlässig vor Witterungseinflüssen schützen soll, ist damit schwer geschädigt und kann seine Schutzfunktion nicht mehr ausfüllen. Der Regen dringt in die Dachkonstruktion ein. Zusätzlicher Schaden: Ist die Dachdämmung erst einmal nass, verliert sie ihre Dämmwirkung und es droht Schimmel. Erste Hilfe in einem solchen Fall: Kann der Fachmann nicht sofort zur Stelle sein, sollte der Schaden mit einer Folie abgedeckt werden, so dass das Dach wieder vor Regen geschützt ist.

Nahegelegene große Bäume können aber nicht nur das Dach beschädigen, sie sind ebenfalls eine Gefahr für die Fassade, für Regenrinnen und für Antennen sowie Solaranlagen. Auch hier können herumfliegende Äste großen Schaden anrichten, der vom Fachmann repariert werden muss.

Hausbesitzer bei Sturmschäden in der Haftung
Grundsätzlich sind Hausbesitzer verpflichtet, ihr Haus so in Schuss zu halten, dass niemand zu Schaden kommt. Die Haftung kommt besonders bei Sturmschäden zum Tragen. Lose Ziegel auf dem Dach, instabile Bäume oder abgebrochene Äste müssen repariert und beseitigt werden. Bis der Fachmann zur Reparatur kommt, sollte der Hausbesitzer die gefährlichen Stellen sichern, damit niemand gefährdet wird. Flatterbänder oder Absperrungen zeigen die Gefährdung durch das beschädigte Dach oder den in Mitleidenschaft gezogenen Baum an und die gefährliche Stelle kann umgangen werden. Auch wenn das Orkantief auf den ersten Blick keine Sturmschäden verursacht hat, ist der Hausbesitzer dazu verpflichtet, Haus, Dach, Bäume oder andere in Frage kommenden Teile zu inspizieren. Denn nicht alle Sturmschäden sind gleich offensichtlich. Ein verschobener Dachziegel ist unter Umständen erst gar nicht auszumachen und wird dann bei näherem Hinsehen entdeckt. Auch ein angeknackster Ast oder eine beschädigte Antenne fällt unter Umständen nicht sofort auf.

Neben den oberirdischen Schäden kann ein entwurzelter Baum auch Strom- und Gasleitungen oder Wasserleitungen beschädigen. Nach einem Stromausfall müssen Hausbesitzer alle Zeitschaltuhren im Haushalt neu programmieren. Neben dem DVD-Player und dem Aquarium sollte man auch an weniger auffällige elektronisch gesteuerte Bauteile wie beispielsweise Hebeanlagen und automatische Pumpen im Hauskeller denken.

Wasser im Keller kann zu Schimmel führen
Ist bei dem Unwetter der Keller voll Wasser gelaufen, dann ist schnelles Handeln angesagt. Erstes Gebot: alles Nasse umgehend rausräumen. Nasse Teppiche, Kartons, Kleider etc. sollten gleich an einen anderen Ort zum Trocknen gebracht werden. Besonders brisant ist die Situation für Keller mit Estrichboden, denn hier kann das Wasser unter den Estrich fließen. Schimmel ist damit fast schon vorprogrammiert. Je schneller das Wasser entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr, dass sich das Wasser unter dem Estrich ausbreitet. Im schlimmsten Fall müsste dieser dann aufgestemmt und erneuert werden.

Sind solche größeren Sturmschäden aufgetreten, sollten sich Hausbesitzer vor einer Sanierungsmaßnahme von einem unabhängigen Bausachverständigen beraten lassen. Er kann am besten beurteilen, welche Maßnahmen sinnvoll sind und wie die Sturmschäden möglichst rasch behoben werden können. 

 
 
 
Quelle: Verband Privater Bauherren e.V. / Energie-Fachberater.de
 
 
 
 

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