29.05.2020
mehr zu Förderung
 

Förderung oder Steuerbonus - was lohnt sich mehr?

Finanzielle Hilfe zu Sanierung richtig nutzen, 3 Rechenbeispiele

Eine energetische Sanierung lohnt sich mehr denn je - für das Klima und langfristig auch für das Haushaltsbudget. Der Staat unterstützt nicht nur komplette Sanierungen, sondern auch kleinere Maßnahmen mit einer Förderung. Doch was rechnet sich finanziell mehr für Eigentümer - die Zuschüsse von KfW und BAFA oder der Steuerbonus? Tipps und Beispiele.

Euroscheine und HäuschenBild größer anzeigen
Vor allem bei umfangreichen und teuren Sanierungsmaßnahmen und beim Heizungstausch ist die Förderung für Eigentümer attraktiver als der SteuerbonusFoto: Energie-Fachberater.de

Auf der einen Seite die deutlich verbesserte Förderung von KfW und BAFA, auf der anderen Seite die neue Möglichkeit, Kosten für eine Sanierung von der Steuer abzusetzen - und dazu die Frage: Was lohnt sich mehr für Eigentümer und wie nutzen sie die finanziellen Hilfen bestmöglich aus?

3 Rechnungen und die Gegenüberstellung von Förderung und Steuerbonus

Rechnung 1: Die Komplettsanierung
Wird eine Immobilie komplett energetisch saniert zum Beispiel mit Fassadendämmung, Fenstertausch und Installation einer Photovoltaik-Anlage, wird die Energieeffizienz der Immobilie erheblich verbessert. Kostet so eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus 85 zum Beispiel 115.000 Euro, kann sich der Eigentümer bei einer Förderung über die KfW (Programm 430 Zuschuss oder 151 Sanierungskredit) über einen Investitions- oder Tilgungszuschuss von 34.500 Euro freuen (30 Prozent der förderfähigen Kosten). Eine Steuerermäßigung bringt in diesem Fall nur 23.000 Euro Ersparnis.

Fazit: Bei besonders teuren und umfassenden Sanierungsmaßnahmen lohnt es sich in der Regel eher, eine Förderung der KfW in Anspruch zu nehmen. Auch die verpflichtende Einbindung eines Energieberaters macht sich hier für Eigentümer bezahlt. Denn damit kann sichergestellt werden, dass die Sanierungsmaßnahmen sinnvoll aufeinander abgestimmt und fachgerecht umgesetzt sind.

Rechnung 2: Sanierung Schritt für Schritt
Wer nicht so viel auf einmal investieren will oder kann, kann seine Immobilie Schritt für Schritt energetisch aufrüsten. Ein Anfang kann beispielsweise der Einbau neuer Fenster sein. Der Fenstertausch kostet im Rechenbeispiel 20.000 Euro. Eine Förderung über die KfW (Programm 430 Zuschuss oder 152 Kredit Einzelmaßnahme) oder alternativ die Steuerabschreibung bringen dem Immobilienbesitzer jeweils eine Ersparnis von rund 20 Prozent der Sanierungskosten, insgesamt 4.000 Euro.

Fazit: In diesem Fall kommen Förderung und Steuerbonus gleichermaßen in Betracht, die technischen Voraussetzungen sind jeweils gleich. Die Förderung muss aber vor der Sanierung beantragt werden, ein Energieberater ist Pflicht. Der Steuerbonus kann auch nachträglich beantragt werden und verursacht unter Umständen weniger bürokratischen Aufwand. Hier muss das Handwerksunternehmen die fachgerechte Umsetzung der Sanierung bescheinigen. WICHTIG: Beim Steuerbonus wird die Steuerermäßigung über drei Jahre verteilt! Das Geld steht Eigentümern also nicht sofort zur Verfügung.

Rechnung 3: Heizungsaustausch
Auch wer seine alte Ölheizung ersetzt, kann zwischen der Austauschprämie des BAFA und dem Steuerbonus wählen. Abhängig von der neuen Heizungsart beträgt die Austauschprämie bis zu 45 Prozent, maximal 22.500 Euro. Bei Einbau einer neuen Pelletheizung, was im Beispiel rund 22.000 Euro kostet, erhält der Hausbesitzer mit der Förderung des BAFA einen Zuschuss in Höhe von 9.900 Euro. Bei Bedarf kann der BAFA-Zuschuss sogar noch mit einem KfW-Förderkredit zur Finanzierung kombiniert werden. Der Steuerbonus liegt in diesem Fall dagegen nur bei 4.400 Euro und die Steuerermäßigung wird auf 3 Jahre verteilt, während der BAFA-Zuschuss nach dem Heizungstausch komplett ausgezahlt wird.

Fazit: Da der BAFA-Zuschuss deutlich höher ist als der Steuerbonus, lohnt sich die Steuerermäßigung beim Heizungstausch in der Regel nur, wenn Hausbesitzer vergessen haben, den Antrag auf Förderung rechtzeitig zu stellen.

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Quelle: Energie-Fachberater.de / Bausparkasse Schwäbisch Hall
 
 

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