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15.08.2022
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Luftdichte Gebäudehülle: Definition und Ausführungstipps

Luftdichtheit schafft Behaglichkeit und schützt vor Schäden

Gelangt Raumluft in eine gedämmte Konstruktion, kühlt sie sich auf dem Weg nach draußen ab und Wasser kann kondensieren. Es durchfeuchtet die Dämmung, senkt deren Wirkung und führt über kurz oder lang zu feuchtebedingten Schäden wie Schimmel. Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert das, in dem sie nach außen hin dichte Konstruktionen vor feuchter Luft schützt. Damit das funktioniert, kommt es jedoch auf die richtigen Materialien und eine fachgerechte Ausführung an.

Anbringen von Luftdichtsystem RockTekt
Eine luftdichte Gebäudehülle schützt vor Bauschäden und WärmeverlustenFoto: DEUTSCHE ROCKWOOL GmbH & Co. KG

Luftdichtheit verhindert Feuchteschäden am Gebäude
Je wärmer die Luft in einem Raum ist, umso mehr Feuchtigkeit nimmt sie auf. Sie transportiert den Wasserdampf beim Lüften nach draußen und sorgt im Normalfall für ein wohliges Klima. Bei einer nicht fachgerecht ausgeführten Dämmung kann es jedoch passieren, dass warme Luft in die Dämmebene eindringt. Sie wandert allmählich nach draußen und erreicht dabei immer kältere Bereiche. Da mit der Temperatur auch die Speicherfähigkeit für Wasserdampf sinkt, gibt die Luft Feuchtigkeit ab.

Vorstellen lässt sich das wie bei einer kalten Flasche aus dem Kühlschrank: Wasser fällt in Form von Tröpfchen aus und durchfeuchtet die Dämmung. Während die meisten Materialien dabei ihre wärmedämmenden Eigenschaften verlieren, entstehen mit der Zeit auch Feuchteschäden wie Schimmel, wenn das Wasser nicht nach außen entweichen kann. Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert das, indem sie feuchte Luft aus gedämmten Konstruktionen aussperrt.

Ein positiver Nebeneffekt: Je weniger Raumluft über Undichtigkeiten aus dem Haus entweicht, umso weniger zieht es. Der Wärmebedarf sinkt und die Heizkosten fallen niedriger aus. Eine luftdichte Gebäudehülle trägt somit auch zu einer höheren Behaglichkeit und einem besseren Wärmeschutz bei.

Das passende Material für die luftdichte Gebäudehülle
Herstellen lässt sich die Luftdichtheit im Gebäude mit luftundurchlässigen Materialien. Neben Putzen und OSB-3-Platten gehören dazu auch spezielle Folien. Letztere lassen sich besonders gut montieren. Sie sind leicht, flexibel und vielseitig einsetzbar. Geht es um die Auswahl, ist dabei zwischen folgenden drei Arten zu unterscheiden:

  • Dampfbremsen haben einen niedrigen Wasserdampf-Diffusionswiderstand (sd-Wert) und schützen so stark, wie eine 0,5 bis 100 Meter dicke Luftschicht.
  • Dampfsperren haben einen hohen Wasserdampf-Diffusionswiderstand (sd-Wert). Sie schützen so stark, wie eine bis zu 1.500 Meter dicke Luftschicht und lassen kaum Wasserdampf hindurch.
  • Feuchtevariable Folien passen sich den klimatischen Bedingungen an und lassen in der kühlen Jahreszeit wenig Feuchtigkeit passieren. Bei günstigen Gegebenheiten sinkt ihr sd-Wert jedoch, wodurch Wasserdampf aus der Konstruktion in den Raum zurücktrocknen kann.

Welches Material zum Einsatz kommt, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab. Ist die Kondensationsgefahr gering, eignen sich Dampfbremsen. Fällt im Winter viel feuchte Luft an, die aus gedämmten Konstruktionen nicht mehr austreten kann, ist eine Dampfsperre zu empfehlen. Feuchtevariable Folien stellen einen Kompromiss dar. Denn sie lassen Feuchtigkeit wieder in den Raum zurücktrocknen, die an Fehlstellen in die Konstruktion eingedrungen ist.

Vorsicht bei Bauteilübergängen und Durchdringungen
Geht es um eine luftdichte Gebäudehülle, kommt es neben geeigneten Materialien auch auf die fachgerechte Ausführung an. Während Putze ohne Unterbrechung von der Decke bis zum Boden zu führen sind, bieten OSB-Platten nur untereinander verklebt den richtigen Schutz. Ähnliches gilt für Dampfbremsen, Dampfsperren und feuchtevariable Folien: Diese tackern Fachhandwerker von innen auf Sparren oder Träger, bevor sie Übergänge und Befestigungsstellen fachgerecht verkleben. Es folgt eine Konterlattung aus Holz. Diese nimmt Wand- oder Deckenverkleidungen auf und schafft einen Installationsraum für Rohre, Kabel sowie Dosen.

Schwachstellen der luftdichten Gebäudehülle finden sich an angrenzenden Bauteilen sowie Durchdringungen von Rohren, Kabeln und anderen Elementen. Um auch hier Probleme zu vermeiden, sind die Bereiche gründlich abzudichten. Am besten funktioniert das mit aufeinander abgestimmten Systembaustoffen. Außerdem sollten Fachhandwerker nur unvermeidbare Durchdringungen einbauen, um die Luftdichtheit so wenig wie möglich zu gefährden.

Luftdichtheit der Gebäudehülle vor Fertigstellung prüfen
Ob Handwerker eine luftdichte Gebäudehülle fehlerfrei hergestellt haben, lässt sich mit dem bloßen Auge nicht beurteilen. Aus diesem Grund empfehlen Experten, die Luftdichtheit zu prüfen. Möglich ist das mit einem Blower-Door-Test, den Energieberater vor dem Anbringen von Wand- und Deckenverkleidungen durchführen. Dazu dichten sie zunächst alle planmäßigen Undichtigkeiten wie Lüftungsöffnungen ab. Sie installieren einen Ventilator in der Tür und fördern Luft abwechselnd nach drinnen und draußen. Mit einer Messung des Luftdrucks lässt sich daraufhin feststellen, ob die luftdichte Gebäudehülle fehlerfrei ist. Sind Undichtigkeiten vorhanden, spüren Energieberater diese zum Beispiel mit einem Rauchversuch auf. Sie dichten alles ab und beugen feuchtebedingten Bauschäden vor.

Ein Anwendungsvideo zeigt, wie eine Dampfbremse mit Luftdichtsystem unterm Dach angebracht wird

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Quelle: energie-fachberater.de / DEUTSCHE ROCKWOOL
 
 

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