10.07.2019
 

WDVS: Welcher Dämmstoff soll an die Fassade?

Vor- und Nachteile verschiedener Materialien zur Fassadendämmung

Angenehme Kühle im Sommer, behagliche Wärme im Winter – für diesen Gewinn an Wohnkomfort bei gleichzeitiger Energieeinsparung dämmen Hausbesitzer unter anderem ihre Außenwände. Doch bevor ein sogenanntes Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) angebracht wird, stehen Entscheidungen an: Welches Material hält die Wärme stets auf der richtigen Seite der Wand? Tipps zu Dämmwirkung, Kosten, Umweltbilanz und Brandschutz.

Fassadendämmung HaussanierungBild größer anzeigen
Den passenden Dämmstoff für die eigene Fassade finden Hausbesitzer, wenn sie sich klar machen, was ihnen selbst am wichtigsten istFoto: Energie-Fachberater.de

Für die Fassadendämmung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) gibt es längst nicht nur das oft kritisierte Polystyrol, das viele unter dem Markennamen Styropor kennen! Neben weiteren Kunststoffen kommen natürliche Materialien wie Holz, Hanf oder Kork sowie Mineralwollen und -schäume in Frage. Den passenden Dämmstoff für die eigene Fassade finden Hausbesitzer, wenn sie sich klar machen, was ihnen selbst am wichtigsten ist: Soll die Dämmung vor allem günstig sein? Umweltfreundlich? Oder so effektiv, dass nur eine dünne Schicht benötigt wird?

Dämmstoffe für die Fassadendämmung mit WDVS - die wichtigsten Vor- und Nachteile für eine erste Orientierung

1. Dämmwirkung: Grundsätzlich können alle Dämmstoffe dieselbe Wirkung erzielen – sie müssen dafür aber unterschiedlich dick angebracht werden. Das ist nicht nur eine Frage der Optik. Die Materialstärke kann zum Beispiel auch wichtig sein, wenn ein Dach nur wenig über eine Wand hinausragt, so dass kaum Spielraum für eine Verbreiterung bleibt. Oder bei der Vermeidung des sogenannten Schießscharteneffekts bei kleinen Fenstern. Hier haben Kunststoffe wie Phenolharz und Polyurethan die Nase vorn – sie benötigen die geringste Materialstärke. Es folgen das verbreitete Polystyrol, Mineralwolle und dann Naturfasern wie Holz und Hanf.

2. Ökologische Bilanz: Mit Blick auf die Umweltfolgen sind klar natürliche Rohstoffe wie Holz, Hanf oder Kork zu empfehlen. Sie bestehen aus nachwachsenden Ressourcen, ihr Recycling ist unproblematisch. Hanf und Kork haben zudem den Vorteil, dass ihre Herstellung viel weniger Energie benötigt als die von Kunststoffen. Auch für die künstlichen Dämmstoffe gilt allerdings: Ihr Einsatz spart innerhalb weniger Jahre mehr Energie ein, als für ihre Herstellung verbraucht wurde.

3. Kosten: Nur ein kleiner Anteil des Gesamtpreises für eine Fassadendämmung entfällt auf den Dämmstoff selbst. Den weitaus größeren Anteil machen Arbeits-, Gerüst- und andere Materialkosten aus. Die Preisunterschiede von Dämmstoffen führen also nicht zu großen Unterschieden bei den Gesamtpreisen. Am günstigsten ist Polystyrol, Phenolharz bildet das andere Ende der Skala. Dazwischen liegen Mineralwolle und Naturfasern. Mehr zu Kosten für die Fassadendämmung.

4. Brandverhalten: Alle zugelassenen Dämmstoffe sind mit Blick auf den Brandschutz für Ein- und Zweifamilienhäuser bedenkenlos einsetzbar. Tatsächlich unbrennbar sind allerdings nur die mineralischen Dämmstoffe. Wer hier also auf Nummer sicher gehen möchte, setzt zum Beispiel auf Mineralwolle (Glaswolle oder Steinwolle).

 
 
 
 
Quelle: Verbraucherzentrale NRW / Energie-Fachberater.de
 

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