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08.03.2022
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Feuchtesorption - was ist das eigentlich?

Ausgleich von Feuchtigkeit durch sorptive Baustoffe

Duschen, Kochen, Wäsche - in genutzten Gebäuden entsteht Wasserdampf. So kommt es, dass die Luftfeuchtigkeit besonders im Winter innen deutlich höher ist als in der Außenluft. Doch der Feuchtegehalt der Raumluft darf nicht zu hoch werden, sonst können hygienische und bauliche Probleme die Folge sein. Eine wichtige Funktion beim Ausgleich der Feuchte spielt die sogenannte Wasserdampfsorption. Aber was ist das eigentlich - Sorption?

Zwischensparrendämmung von außen mit Holzfaserdämmstoff - Foto: STEICO SE
Naturdämmstoffe wie eine Holzfaserdämmung können viel Feuchtigkeit aufnehmen - so bleibt die Dachkonstruktion trocken. Das sorptive Feuchtemanagement ermöglicht bei einer energetischen Dachsanierung oft, die raumseitige Bekleidung zu belassen, alle Arbeiten von außen durchzuführen und dabei auf die Verlegung einer Dampfbremsbahn zu verzichten, was viel Zeit spart und die Kosten senktFoto: STEICO SE
Innenwand mit Putz und Farbe
Baustoffen mit hoher Sorptionsfähigkeit kommt die wichtige Funktion eines Feuchtepuffers zu. Positive Eigenschaften beim Innenausbau haben zum Beispiel Lehmputz und KalkputzFoto: energie-fachberater.de

Was passiert mit der hohen Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen? Sie wird durch Dampfdiffusion "verteilt", denn das zugrundeliegende bauphysikalische Prinzip lautet: Verschiedene Feuchte-Niveaus streben nach einem Ausgleich. Feuchtigkeit will immer dorthin, wo es trockener ist – solange, bis überall das gleiche Feuchte-Niveau herrscht.

Im Winter gibt es zwischen innen und außen ein deutliches Feuchte-Gefälle, weshalb die Feuchte danach strebt, von innen durch die Gebäudehülle hindurch nach außen zu diffundieren. Könnte sie das ungehindert tun, träte jedoch ein Problem auf: Weil es innerhalb des Bauteils von innen nach außen stetig kühler wird, steigt die relative Luftfeuchte immer mehr an. Wenn sie 100 Prozent erreicht, ist die Luft gesättigt und kann die überschüssige Feuchte nicht mehr halten. Die Feuchte kondensiert, wird von gasförmigem Wasserdampf zu flüssigem Wasser - der sogenannte Taupunkt ist erreicht. Dieser Taupunkt liegt bei der absoluten Luftfeuchte, die bei 20 °C Raumtemperatur und 50 % relativer Luftfeuchte vorhanden ist, bei 9,3 °C. Sobald die Außentemperatur also unter 9,3 °C fällt, kondensiert die Feuchtigkeit bereits innerhalb des Bauteils – vor allem in der Wärmedämmung. Feuchtigkeit in der Konstruktion kann jedoch zum Wachstum von Schimmel und auf Dauer auch von holzzerstörenden Pilzen führen.

Sorption sorgt für Ausgleich bei der Feuchtigkeit
In der Dach- oder Wandkonstruktion ist Feuchtigkeit also unerwünscht - aber wohin damit? Eine wichtige Funktion beim Ausgleich der Feuchtigkeit spielt die Wasserdampfsorption. Grundlegendes Prinzip bei der Sorption ist die Diffusion: Ist die Raumluftfeuchte höher als die Materialfeuchte von Baustoffen, dringt Wasserdampf in die Materialien ein und lagert sich dort an. Das funktioniert nicht nur in eine Richtung - denn sinkt die Raumluftfeuchte unter die Materialfeuchte, diffundiert die Feuchtigkeit wieder zurück in die Raumluft. Diesen umgekehrten Prozess nennt man Desorption.

Wichtig ist also der Einsatz von Baustoffen, die sorptiv sind - also Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und wieder abgeben können. Das trägt zu einem ausgeglichenen Wohnklima bei, reduziert Feuchtespitzen in Bad und Küche und beugt so Feuchteschäden vor (Mindestluftwechsel vorausgesetzt). Je poröser ein Baustoff ist, umso höher ist seine Sorptionsfähigkeit: Eine Betonwand mit Tapete hat eine sehr niedrige Sorption, Holzfaserdämmplatten dagegen eine sehr hohe.

Baustoffen mit hoher Sorptionsfähigkeit kommt die wichtige Funktion eines Feuchtepuffers zu. Beispiele für Materialien mit positiven Eigenschaften beim Feuchteausgleich:

  • Dachkonstruktion - hier ist Sorption wichtig für den Schutz der konstruktiven Holzteile in einer diffusionsoffenen Konstruktion: Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfaser, Zellulose, Hanf etc.
  • Innenausbau - hier ist Sorption wichtig für ein ausgeglichenes, angenehmes Raumklima: Lehmputz und -farbe, Kalkputz und -farbe, Bodenbelag aus Holz oder Kork
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Quelle: energie-fachberater.de
 
 

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