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Expertenrat

Ich möchte das Dach neu dämmen, habe aber Feuchtigkeit am Schornstein. Was kann ich dagegen tun?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Kai C. am 22.01.2018 

Mir geht es ähnlich wie dem Kollegen in Beitrag: http://www.energie-fachberater.de/expertenrat/expertenrat-dachdaemmung-ungedaemmtes-spitzdach-1411124028.php. Das heißt, ich möchte ein Dach dämmen, dessen Ziegel von innen sichtbar sind. Ihre Antwort dazu fand ich sehr hilfreich. Mein Problem ist zusätzlich, dass es am Schornstein feucht ist. Ich habe das Haus vor fünf Jahren von meiner Mutter übernommen. Sie hatte vor ca. 10 Jahren die Schornsteineinfassung neu machen lassen, eigentlich unglaublich, dass er schon wieder feucht ist. Macht es in dem Zuge Sinn das Dach komplett neu zu sanieren und eindecken zu lassen? Der Dachboden ist noch nicht ausgebaut und ich weiß noch nicht, ob ich es will. In dem Fall sprachen Sie sich für eine Deckendämmung aus. Ist das vielleicht erst einmal sinnvoller zu machen und nicht das ganze Dach neu decken zu lassen. Dieses kann ja noch gemacht werden, wenn der Boden tatsächlich mal ausgebaut werden soll, oder? Am Freitag und Montag schauen sich zwei Dachdecker den Schornstein und das Dach an, bin gespannt, wozu diese mir raten. 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Den vorgeschlagenen Lösungen in dem von Ihnen erwähnten Beitrag habe ich nichts hinzuzufügen. Ich spreche mich immer für eine Deckendämmung aus, wenn noch nicht klar ist, ob es zu einem Dachgeschossausbau kommt. Eine Deckendämmung ist in einem solchen Fall preiswerter, einfacher zu realisieren und bietet höheres Einsparpotential als eine Dämmung der Dachebene. Wird die Wärmedämmung der obersten Geschossdecke mit einem mattenartigen Dämmstoff vorgenommen, z.B. mit Mineralwolle, kann im Falle eines späteren Ausbaus der Dämmstoff wieder aufgenommen und z.B. für eine Zwischensparrendämmung weiterverwendet werden. Der Dämmstoff verschleißt ja nicht.

Selbstverständlich sollte das Dach in allen Teilen dicht sein. Das betrifft die Schornsteineinfassung ganz besonders. Sollte es hier häufiger zu Undichtheiten kommen, ist möglicherweise nicht nur die Ausführung mangelhaft, sondern auch die zugrunde liegende Konstruktion ungeeignet. Ich empfehle, den Schornstein komplett einzuhausen und von oben bis unten mit Zinkblech oder mit Schiefer o.ä. zu verkleiden. Lösungen mit einer Kappleiste und eventuelle Abdichtungen aus Silikon sind immer unsicher und wartungsintensiv. Ob die Dacheindeckung ihren Zweck noch erfüllt (und dies auch für längere Zeit noch tut) kann ich nicht beurteilen. Wenn sich jedoch herausstellt, dass das Dach besser komplett neu gedeckt werden muss, sind Sie gut beraten, die Voraussetzungen für eine mögliche Wärmedämmung (z.B. als Zwischensparrendämmung) zu schaffen. Dazu gehört der Einbau eines regendichten Unterdaches mittels diffusionsoffener Unterspannbahn (oder besser mit geeigneten Holzfaserdämmplatten). Sollten Sie sich aber bereits jetzt für einen Ausbau entscheiden, ist im Zuge der Neueindeckung auch eine Aufsparrendämmung denkbar. Diese Lösung wäre aber unwirtschaftlich, wenn es nicht zum Dachgeschossausbau mit beheizten Räumen kommt.


Kommentare

Kai C.

Ist eine Aufsparrdämmung auch unwirtschaftlich, wenn nur der Dachboden nicht bewohnt ist, aber die obere Wohnung? Da ist ja auch ca 1,20 m Dachschräge, die nicht isoliert ist.

Dipl.-Ing. Frank Nowotka

Ohne das Gebäude zu kennen, ist eine konkrete Aussage zur Wirtschaftlichkeit leider nicht möglich. Ein guter Tipp ist hier der Detail-Check durch einen Energieberater der Verbraucherzentrale. Dabei prüft ein Experte das Vorhaben vor Ort und kann auch eine zutreffende Aussage geben. Da die Beratung staatlich gefördert ist, zahlen Sie für den persönlichen Termin bei Ihnen zu Hause nicht mehr als 40 Euro. Alle nötigen Informationen dazu finden Sie hier: https://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/beratung/detail.html

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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