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Expertenrat

Wir möchten eine Heizkörpernische dämmen. Wie funktioniert das richtig?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Regina T. am 25.08.2017 

Wir möchten eine Heizungsnische in einem 70er Jahre Massivhaus schließen, da nach einer Kernsanierung eine Fußbodenheizung eingebaut wird. Allerdings ist die Heizungsnische anders aufgebaut, als der Rest des Mauerwerks und wir fragen uns, wo und ob wir eine Dampfbremse einbringen müssen. Der Außenwandaufbau sieht folgendermaßen aus (von außen nach innen): 60 mm Klinker, 20 mm Luftschicht, 10 mm Styropor, 10 mm Mörtel, 240 mm Bimsstein, 10 mm Gipsputz. U-Wert laut Rechner: 0,48 W/m2K.

Die Heizungsnische hat einen anderen Aufbau. Von außen nach innen: 115 mm Klinker, 10 mm Mörtel, 115 mm Bimsstein. Ursprünglich befand sich dort noch eine Heraklit-hStyropor Verbundplatte, die entfernt wurde.

Wir haben jetzt noch 90 mm „Platz“ um Dämmung inkl Putz einzubringen.
Innerhalb dieser Dämmung muss eine Warmwasserleitung untergebracht werden (15 mm Leitung mit 100% EnEV PE Rohrisolierung gedämmt -> Durchmesser 65 mm). Würde es reichen, Styropor (oder PUR oder Resoltherm XD) einzusetzen und darin die Leitungen zu verlegen? Muss dann noch eine Dampfsperre eingebaut werden. Falls ja, wo und wie?

Vor die Heizungsnische wird eine Küche eingebaut, daher ist es wichtig, dass Schimmel auf jeden Fall vermieden wird. 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Alle von Ihnen in Erwägung gezogenen Dämmstoffe werden im Rahmen der Dämmung einer Heizkörpernische ihren Zweck erfüllen. Dabei ist lediglich zu beachten, dass die Materialien Resoltherm und PU-Schaum einen um etwa 30 % besseren Dämmwert bei gleicher Dicke erreichen als Schaumpolystyrol. Der Aufbau erfolgt ohne Dampfbremse. Die Dämmstoffplatten in der Stärke von 60mm bis 70mm werden mit dem für das jeweilige Material zugelassenem Ansetzmörtel angeklebt.

Vor dem Deckputz (ca. 1 cm) sollte ein Armierungsgewebe über die Dämmstoffplatte und bis 10 cm über die randbegrenzende Außenwand verlegt werden. Dazu ist der Putz auf der Außenwand in einem entsprechend breiten Streifen abzuschlagen und beim Verputz mit dem Armierungsgwebe zu überdecken. Die so gedämmte Nische funktioniert schimmelpilzfrei, wenn keine Raumluft in den Spalt zwischen der Rückseite der Dämmplatte und der Wand eindringen kann. Risse, die eventuell nach dem Trocken des Verputzes entstehen, müssen mit einer luftdichtenden Tapete o.ä. überklebt werden.

Eine Wasserleitung, gleich welcher Art, würde ich, entsprechend gedämmt, auf dem Putz und nicht in die Außenwand verlegen, da Frostfreiheit (Heizungsausfall) nicht 100% sicher für ihren Wandaufbau garantiert werden kann. Wenn es aus konstruktiven Gründen nicht anders geht, übernimmt die Nischendämmung die Dämmung der Rohrleitung. Das Rohr muss dann unmittelbar auf der warmen Seite liegen, sollte also zum Raum nicht überdämmt sein. Damit erreicht man zur kalten Seite hin bei 70 mm Dämmstoff minus 15 mm Rohrleitungsdurchmesser immerhin noch 55mm wirksame Dämmstoffstärke.

Insofern empfehlen sich die Dämmstoffe Resoltherm bzw. PU-Schaum mit ihren besseren Dämmwerten.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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