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Expertenrat

Benötige ich bei einem Kesseltausch eine Systemtrennung für die alte Fußbodenheizung?

Unser Experte Axel Grimm antwortet

Frage von Elisabeth K. am 24.02.2018 

Mein Einfamilienhaus, Baujahr 1976/77, wird mittels Fußbodenheizung sowie 4 Heizkörpern (in Badezimmer und im Jahre 2004 nachträglich ausgebautem Dachgeschoss-Wohnraum) beheizt. Die Rohre der Fußbodenheizung sind wohl aus nicht sauerstoffdichtem Kunststoff. Ende 2009 wurde der alte Viessmann-Stahlheizkessel durch einen Hoval Multi-Jet Öl-Brennwert-Spezialkessel aus Edelstahl nach EN 303 ersetzt. Eine Systemtrennung durch Wärmetauscher ist damals nicht erfolgt und wurde von der Heizungsbaufirma auch nicht angeboten bzw. ich wurde nicht darauf hingewiesen, dass das evtl. erforderlich wäre.

Nun ist - nach 8 Jahren - am Kessel ein Korrosionsschaden aufgetreten, der nicht mehr reparabel ist und einen Kesseltausch erforderlich macht. Die 2009 mit dem Einbau beauftragte Firma bietet mir zu einem angeblichen Kulanzpreis (ca. 6000 Euro) einen Kesseltausch an, jedoch wieder ohne Systemtrennung. Nach allem, was ich mir nun als Laie angelesen habe, ist wohl dann der nächste Korrosionsschaden in wenigen Jahren vorprogrammiert. Meine Fragen an Sie: Ist definitiv eine Systemtrennung notwendig, und - wäre sie bereits im Jahr 2009 notwendig gewesen? Kann ich die Heizungsbaufirma evtl. in Regress nehmen, weil sie im Jahr 2009 diese Systemtrennung nicht eingebaut hat? 

Antwort von Axel Grimm 

Der Bundesverband Flächenheizungen hat zu diesem Sachverhalt in 2015 eine Stellungnahme verfasst: Der BVF empfiehlt die Sanierung und Nachbehandlung bestehender Fußbodenheizungen mit nicht sauerstoffdichten Kunststoffrohren mittels fachgerechter Systemtrennung. Hierzu wird ein Wärmetauscher zwischen Wärmerzeuger und nachgeschaltetem Fußbodenheizsystem eingebaut. Unzulässig hohe Sauerstoffkonzentrationen in geschlossenen PWW-Heizungen resultieren somit aus z.B. zu klein dimensionierten oder defekten Membran-Druckausdehnungsgefäßen, defekten Schnellentlüftern, undichten Fittings, undichten Umwälzpumpen etc.. Maßnahmen zur Behebung sind die eindeutige Identifizierung der Quelle(n) für das Eindringen von Luftsauerstoff in das Heizsystem und die nachhaltige Beseitigung dieser Fehlfunktion. Im Rahmen dieser Arbeiten ist die Entfernung von Ablagerungen im Heizsystem durch Spülung nach Überprüfung der Situation häufig notwendig und sinnvoll.

Zu juristischen Fragestellungen können wir keine Antworten geben.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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