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Expertenrat

Wir müssen unsere alte Gasheizung austauschen. Welche Alternativen haben wir?

Unser Experte ENERGIE-FACHBERATER  antwortet

Frage von Wolfgang D. am 27.07.2018 

Unsere 19 Jahre alte Gasheizung mit kleinem Brauchwasserspeicher (Hydrotherm Akzent GBS 211AE) muss ersetzt werden. Die Therme befindet sich im Dachboden (Höhe in der Mitte 2,20m). Alternative Räume für einen Aufbau gibt es nicht. Ein größerer Speicher geht ebenfalls aus Platzgründen nicht. Wir denken an einen Brennwertkessel mit ähnlicher Leistung (Brauchwasserspeicher beim Altgerät 45 l). Nicht optimal erscheint mir bei uns die Versorgung der weiter entfernten Brauchwasserstellen in der Küche und im unteren Bad/Hauswirtschaftsraum: Entweder hoher Gasverbrauch durch das Umwälzsystem oder höherer Wasserverbrauch und Wartezeiten bei Abschaltung der Wärmepumpe. Alternative? Ein Steuerautomat sollte die komplette(!) Abschaltung der Anlage während der Nachtzeit möglich machen. Solarthermie oder Photovoltaik käme dann infrage, wenn sich die Anlage innerhalb von 20 Jahren sicher amortisiert.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Eine moderne Brennwerttherme ist platzsparend und vergleichsweise günstig. Die Technik lässt sich relativ unkompliziert installieren und an das vorhandene Netz anbinden. Außerdem sind moderne Anlagen mit einer Regelung ausgestattet, die Sie individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen können. Oft sogar über Smartphone, Tablet oder PC. Zusammen mit einem kleinen Speicher kann die Heizung ausreichend Warmwasser bereiten, um das Gebäude komfortabel zu versorgen. Auch wenn der Speicher immer etwas Trinkwasser vorhält, dauert es, bis das Wasser über die längeren Anbindeleitungen an weit entfernten Stellen ankommt. Für Abhilfe sorgt hier nur eine entsprechende Rohrdämmung sowie eine Zirkulation. Diese lässt das Wasser immer durch das Netz strömen, sodass es beim Öffnen der Wasserhähne sofort ansteht. Befinden sich im längsten Teilstück der Trinkwarmwasser-Verteilung mehr als 3 Liter, ist eine Zirkulation zum Schutz vor Keimen wie Legionellen sogar Pflicht. Richtig ist, dass die Umwälzung mehr Strom und Gas verbraucht. Eine echte Alternative gibt es allerdings nicht, wenn sie den höheren Komfort haben möchten. Sie könnten dezentrale Kleinspeicher (elektrisch) installieren. Diese verbrauchen aber viel Strom, wenn sie häufig in Betrieb sind.

Eine Solarthermie-Anlage funktioniert nur dann, wenn sie einen Warmwasserspeicher mit mindestens 200 bis 300 Litern (Abhängig von der Anzahl der Personen im Haushalt) installieren können. Nach Ihren Angaben ist das jedoch nicht möglich. Eine Photovoltaikanlage amortisiert sich in der Regel nach 10 bis 15 Jahren. Das hängt jedoch auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Einflussfaktoren sind hier die Verschattung, die Ausrichtung, die Neigung und die Größe des Daches.

Da wir das Gebäude aus der Ferne nicht richtig einschätzen können, empfehlen wir Ihnen die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Für 40 Euro bekommen Sie dabei eine Individuelle Vor-Ort-Beratung zur Heizungssituation durch einen erfahrenen Experten.

Wichtig: Die Installation einer neuen Gasbrennwertheizung wird von der KfW gefördert, wenn Sie die Mittel vor dem Beginn der Sanierung beantragen. Wie das funktioniert, erfahren Sie im Beitrag "Förderung für Gasheizung und Ölheizung".


Kommentare

Wolfgang D.

Ich habe noch eine Zusatzfrage: Da sich bei uns das Legen einer Abwasserleitung für eine Brennwertherme schwierig gestaltet, können wir auch einen Niedertemperaturkessel installieren? Welche Firmen bieten einen solchen an? (Einfamilienhaus, Baujahr 1999, 125 qm Wohnfläche, Heizung 19 Jahre alt, Einkreissystem für Fußbodenheizung und Heizkörper, beides wird über die gleiche niedrige Temperatur bedient, getrennt pro Raum regelbar über jeweils eigene Thermostatventile)

ENERGIE-FACHBERATER 

Während die Produktion von ineffizienten Niedertemperaturheizungen (Raumheizungs-Energieeffizienz unter 86 Prozent) verboten ist, dürfen Sie die Geräte nach wie vor kaufen und einbauen lassen. Da Ihr Heizsystem allerdings mit geringen Systemtemperaturen auskommen dürfte, verschenken Sie mit dieser Technik wertvolles Potenzial. Vor allem in Hinblick auf eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren lägen die Einsparungen wahrscheinlich deutlich höher als die Kosten der Abwasserleitung, die sie an vielen Stellen an die Hausanlage anbinden können. Eventuell ist dazu eine kleine Kondensathebeanlage (Speicherbehälter mit Pumpe) nötig.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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