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Expertenrat

Welche Maßnahmen schützen die Dämmung im Erdreich?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Jana  H. am 14.04.2018 

Mein Bauleiter ist "unauffindbar". Der Anwalt ist eingeschaltet. Der Sockel ist bis zur Farbschicht gedämmt, lediglich der letzte Schritt zum Schutz der Dämmplatte im Bereich unter dem Gelände (unterhalb des Putzes) gegen mechanische Beschädigung durch spitze Steine (meistens wird eine Noppenfolie zwischen dem Auffüllmaterial und der Dämmplatte eingestellt. Die Stärke beträgt zwischen 0,5 und 0,8 cm.) fehlt. Hier sollte Buntsteinputz aufgetragen werden. Meine Frage, weil ich nun sehen muss, wie es weitergeht, ist die notwendig? Was kann ich statt Buntsteinputz Preiswertes nehmen? 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Wenn ich Sie richtig verstehe, wurde Ihr Gebäude mit einem Vollwärmeschutz, einschließlich Perimeterdämmung (Dämmschicht im Erdreich), versehen. Zunächst sollte geprüft werden, ob die Perimeterdämmung sachgerecht ausgeführt wurde. Charakteristisch für die Perimeterdämmung ist, dass die Wärmedämmschicht auf der Außenseite der im Erdreich stehenden Wand außerhalb der Bauwerksabdichtung angeordnet ist. Diese muss also entweder mit einer Abdichtung versehen sein oder aus wasserundurchlässigem Beton bestehen. Außerdem muss auch das Dämmmaterial auf Eignung untersucht werden. Dämmstoffe müssen für Perimeterdämmungen speziell zugelassen sein. Treffen die genannten Voraussetzungen zu, besteht die Möglichkeit teilweise auf eine Verputzung der Dämmplatten im Erdreich zu verzichten.

Mindestens oberhalb des Erdreiches sind die Dämmplatten jedoch mit einem Verputz gegen UV-Strahlung zu schützen und mit einer wasserabweisenden Beschichtung (z.B. Siloxan) zu versehen. Als Putz eignet sich ein vom Dämmsystemhersteller empfohlener wasserabweisender Sockel-Leichtputz, der wie in einem Wärmedämmverbundsystem zweischichtig mit Armierung ausgeführt werden sollte.


Der aus dem Erdreich herausstehende Sockel kann später gestrichen werden. Ich empfehle, die Verputzung mindestens bis etwa 30 cm unter spätere Oberkante Erdreich auszuführen. Erdberührte Putze sollten immer auf der gesamten Fläche durch Abdichtungsmaßnahmen, z.B. mit einer mineralischen flexiblen Dichtungsschlämme, geschützt werden. Nun kann die Noppenfolie gestellt werden, die lediglich einen mechanischen Schutz der aufgebrachten Dichtungsschlämme zu gewährleisten hat und für eine rasche Wasserabfuhr unmittelbar vor der gedämmten Wand sorgt.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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