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Expertenrat

Wir sanieren einen Altbau. Wie gestalten wir den Boden mit Fußbodenheizung im Erdreich?

Frage von Marco G. am 29.09.2021 

Wir sind gerade in der Sanierung eines Altbaus. Das EG liegt auf Erdreich. Ist es richtig, als erste Schicht Geotextil, darüber Kies und dann drauf betonieren? Muss bei der Bodenheizung der normale Ablauf, sprich Dämmung usw., beibehalten werden? Oder benötigen wir über dem Erdreich keine Dämmung?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Bei einer optimal funktionierenden Fußbodenheizung spielt eine gute Wärmedämmung unter dem Heizungsaufbau eine wichtige Rolle. Dies gilt auch für einen Aufbau über Erdreich. Sie sollten hier nicht sparen, denn die Wärmeverluste in Richtung Erdreich können bei schwacher Dämmung sehr groß werden. Außerdem sinkt die Aufheizgeschwindigkeit, wodurch auch die Behaglichkeit leidet. Bei schwacher Wärmedämmung wird außerdem eine höhere Vorlauftemperatur des Heizungswassers benötigt, was die Verluste bei der Wärmeerzeugung und dem Wärmetransport über die Rohrleitungen erhöht. Daher empfehle ich, die Wärmedämmung unter der Bodenheizung mit einer Dicke von mindestens 10 cm auszuführen. Ein dafür geeignete Material ist z. B. druckfestes Schaumpolystyrol mit einer Wärmeleitfähigkeit von kleiner 0,035 W/mK.

Unter den Beton gehört ein Material, dass den kapillaren Aufstieg von Wasser aus dem Erdreich verhindert (kapillarbrechende Schicht ca. 15 bis 20 cm). Eine Schicht Geotextil halte ich an dieser Stelle für nicht erforderlich. Für die exakte Ausführung sollten sie jedoch einen Sachverständigen für Feuchte- bzw. Bautenschutz konsultieren, der die Situation vor Ort kennt.

Nach dem Aushärten des Betons (min. vier Wochen) wird die Oberfläche mit einem Feuchtigkeitsschutz versehen (verklebte Bitumenbahnen). Danach wird die Fußbodendämmung lückenlos und plan aufliegend verlegt. Nun wird ein Randdämmstreifen ringsherum lückenlos an die Erdgeschosswände gestellt und angeklebt. Der Streifen dient einerseits dazu, die Ausdehnung des Heizestrichs zu kompensieren, andererseits soll die Wärmeableitung in die Wände reduziert werden. Außerdem wird die Trittschalleinkopplung vom Heizestrich in die Wand verringert. Die Höhe des Randdämmstreifens wird so gewählt, dass dieser etwas über die Höhe Fertigfußboden herausragt und später abgeschnitten werden kann. Der Randdämmstreifen ist üblicherweise etwa 8 mm stark, darf aber auch ruhig auch doppelt so dick sein. Nun werden die Systemelemente der Bodenheizung montiert, die Rohre verlegt und der Heizestrich gegossen.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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