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Expertenrat

Unser Dach ist teilweise undicht. Worauf sollten wir bei der Sanierung achten?

Unser Experte ENERGIE-FACHBERATER  antwortet

Frage von Christoph D. am 29.12.2020 

Unser Haus ist aus dem Baujahr 1982. Das Dach ist aus dem gleichen Baujahr (Betonziegel, 16 cm Glaswolledämmung mit Alukaschierung, die Unterspannfolie ist auch aus dem Baujahr und entsprechend löchrig). Die Dachfenster sind bereits ausgetauscht. Unser Dachgeschoss ist ausgebaut und mit Gipsplatten beplankt. Die Dachsteine sanden ordentlich. Im Sommer ist es heiß. Bei Regen haben wir kein Problem. Bei „normaler“ Belastung ist das Dach hinreichend dicht und ok.

Problematisch wird es, wenn es stark windet und regnet. Wie gesagt, die Unterspannfolie ist stellenweise ein Schweizer Käse. Auch bei starken Temperaturstürzen bekommen wir Probleme. Das geht so weit, dass sich dann Wasser in der Glaswolle sammelt (habe schon einmal die Verschalung aufgemacht und nachgeguckt), das dann durch die Gipselemente in den Innenraum drückt. Ist es ein paar Tage hintereinander trocken, trocknet das Ganze sehr schnell auch wieder ab. Wir haben also keinen Schimmel, dafür scheint es nicht lange genug feucht zu sein.

Wenn es Schnee gibt, haben wir das gleiche Spiel. Nur ist es so, dass es umso mehr Feuchtigkeit gibt, wenn die Schneeschmelze einsetzt. Wie gesagt haben wir neue Dachfenster bekommen, die dann natürlich mit entsprechender Folie an die Alukaschierung angeschlossen sind. Wenn an diesen Stellen Feuchtigkeit auftritt, dann nicht innen an der dem Raum zugewandten Seite an der Folie, sondern wirklich auf der Glaswollseite der Folie.

Die Fragen für uns sind jetzt:
- Müssen die Dachsteine ausgetauscht werden (weil sie sanden) und Feuchtigkeit leichter durchlassen?
- Ist die löchrige Unterspannfolie der Grund für die Feuchtigkeit in der Dämmung?
- Da die Feuchtigkeit in der Glaswolle ist, ist es so, dass der Taupunkt in der Dämmung liegt? Oder liegt es an der alten und teilweise löchrigen Alukaschierung? Also Kondensatfeuchtigkeit aus dem Innenraum?

Unsere Überlegung ist jetzt diese, dass wir eine Neueindeckung in Betracht ziehen.
- Macht es Sinn, eine Aufsparrendämmung zusätzlich installieren zu lassen, oder sollte einfach nur die Unterspannfolie erneuert werden?
- Im Prinzip wollen wir nach Möglichkeit den Innenausbau nicht beschädigen (müssen). Muss zwangsweise bei einer zusätzlichen Aufsparrendämmung auch die Zwischensparrendämmung getauscht werden? Wir würden diese natürlich am liebsten einfach belassen.
- Muss zwangsweise die Alukaschierung entfernt werden und eine neue Dampfbremse gezogen werden?

Natürlich hatten wir schon Dachdecker da. Das lief dann nach dem Motto, sie müssen doch selbst wissen, was sie wollen.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Sanierung umzusetzen. Wichtig ist, dass die Dachhaut von außen dicht ist. Dachsteine und Unterspannbahn sollten also kein Wasser in die Dämmung oder in den Raum hindurchlassen. Die Qualität lässt sich aus der Ferne leider nicht beurteilen. Ihren Ausführungen zur Folge ist ein Austausch vermutlich aber anzuraten.

Innen schützt eine Dampfbremse die Konstruktion davor, dass Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt, kondensiert und hier verbleibt. Das Wasser mindert die Dämmwirkung und kann außerdem zu Schimmel in der Dachdämmung führen. Auch hier sollte ein Experte vor Ort den Zustand der vorhandenen Konstruktion feststellen.

Ist die Dämmung selbst intakt, sollten Sie unter Umständen eine funktionierende Dampfsperre einziehen lassen. Sinnvoll sind feuchtevariable Folien, die geringe Mengen Wasser auch austrocknen lassen.

Durch eine zusätzliche Dämmung von außen erhöhen Sie den Wärme- und Hitzeschutz. Sie senken den Energiebedarf und sorgen für einen höheren Komfort. Außerdem lässt sich das Dach dabei zuverlässig abdichten. Die Zwischensparrendämmung können Sie dabei belassen, sofern diese intakt ist.

Aus der Ferne ist ein zuverlässiger Ratschlag jedoch leider nicht möglich. Denn dazu müssten wir die Konstruktion sowie deren Zustand genau kennen. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen die Beratung durch einen Experten aus Ihrer Region. Die Energieberater der Verbraucherzentrale führen Detailberatungen vor Ort für eine Pauschale von 30 Euro durch. Sie können das Dach untersuchen und Ihre Fragen zuverlässig beantworten.


Unser Tipp: Vergleichsangebote für Ihre Arbeiten am Dach können Sie kostenfrei und unverbindlich für einen ersten Überblick ganz einfach hier einholen!

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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