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Expertenrat

Welche Dämmstoffe eignen sich zur Innendämmung und wie bringe ich diese an?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Klaus K. am 27.01.2021 

Ich möchte hinter meinen Heizkörper Isolieren und habe ca. 3 bis 4 cm Platz. Anschließend möchte ich alles verputzen und streichen. Außerdem möchte ich eine Innendämmung anbringen ca. 4-5 cm und diese verputzen. Das Haus wurde 1974 erbaut. Was für eine Dämmung würden Sie mir für diese zwei Bereiche empfehlen? Bevorzugt wäre eine Lösung, bei der man die Platten an die Wand kleben kann - keine Ständerbauweise.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Eine Wärmedämmung hinter dem Heizkörper gelingt bei wenig Platz am besten mit einem biegesteifen, hoch wärmedämmenden Material wie Styrodur (XPS) oder PU-Schaum. Beide Materialien können mit einem mineralischen Ansetzbinder oder mit PU-Schaum angeklebt werden. Ist der Untergrund fest und sandet bzw. kreidet nicht ab, kann auf ein zusätzliche Verdübelung verzichtet werden (Probieren!). Anschließend können sie einen Putz aufziehen (Putz, geeignet für Wärmedämmverbundsysteme), der ein eingebettetes Armierungsgewebe erhält. Die Dämmplatten hinter dem Heizkörper müssen jedoch nicht zwingend verputzt werden (Platz sparen), wenn die Platten luftdicht montiert werden können.

Die geplante Innendämmung können Sie mit dem gleichen Material in gleicher Technologie fortführen, jedoch sind hier auch andere Materialien denkbar wie Holzfaserdämmplatten oder Mineralschaum (Multipoor). Die zu dämmenden Wände sollten trocken sein und einen funktionierenden Schlagregenschutz aufweisen.

Die Dämmung ist so auszuführen, dass der Dämmstoff mittels Wulst-Punkt-Methode angesetzt wird. Eine umlaufende Klebewulst kommt der Forderung nach hinterlüftungsfrei angebrachten Dämmmaterialien am besten entgegen. Im Übergangsbereich zu anderen Dämmmaterialien, wie dem Material hinter dem Heizkörper, ist unbedingt ein Armierungsgewebe einzuputzen, um Rissbildung zu vermeiden. In Fensterlaibungen, im Übergangsbereich zur Decke und bei eingebundenen Innenwänden sollten Dämmkeile die Wärmebrücken weitgehend kompensieren.

Die neue Fensterbank sollte aus einem schwach wärmeleitenden Material wie z. B. Holz bestehen (kein Naturstein!). Steckdosen und Schalter sollten nicht in der innengedämmten Wand verlegt werden. Die Rohrleitungen für Heizkörper sind vor die innengedämmte Wand zu bringen, da ein Verbleib mit Einfriergefahr verbunden wäre.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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