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Expertenrat

Wie kann ein Bungalow aus dem Jahr 1971 richtig gedämmt werden?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Detlev B. am 21.01.2017 

Wir haben einen Bungalow aus dem Jahre 1971 gekauft. Die Wände haben unerträgliche Temperaturen. Ich dachte an eine Kerndämmung (Einblasdämmung). Dafür ist aber mit 2,5 bis 3,5 cm der Hohlraum zwischen Klinker Außenwand zu schmal. Ein Experte riet mir nun den Spalt von oben mit Dämmwolle zu füllen, damit die Luft im Spalt als Isolator wirkt. Was ist davon zu halten?

Die zweite Frage wäre, was eine sinnvolle Dämmung von innen ist? Die Decke und die Innenwände sind diffusionsoffen. Ich überlege, ob man von innen mit Platten (Yton?) eine Isolation aufbringt (geklebt). 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Ich würde zunächst auch an eine Kerndämmung denken. Wegen der geringen Hohlraumdicke könnte ich mir expandierte Polystyrolschaumkügelchen vorstellen, die mit einem Einblaswerkzeug von 20 mm Durchmesser eingeblasen werden können. Ein anderes Material, sogenanntes Kieselsäueregranulat, kann in Hohlräume ab 1,5 cm eingeblasen werden.

Die Wärmeleitfähigkeit beider Materialien ist sehr gering. Dennoch ist natürlich die wirksame Dämmstoffstärke nicht sehr hoch, sodass der resultierende U-Wert sicher noch nicht heutigen Ansprüchen bzw. Möglichkeiten entspricht. Aber wenn die Konstruktion nichts anderes zulässt, ist es besser, als gar nichts zu tun.

Auch eine Innendämmung kann ich mir vorstellen. Allerdings würde ich hierbei zu einem Material greifen, welches bei vergleichsweise geringer Dämmstoffstärke einen guten U-Wert erreicht. LINK

So wäre eine Innendämmung mit Gipskarton-Styropor-Verbundplatten, PU-Schaumplatten oder Holzfaserdämmstoffen denkbar. Auch eine Zellulosedämmung, zwischen ein Lattengerüst geblasen, oder eine rein mineralische Variante (Mineralschaum ist ein ähnliches Material wie Ytong-Stein) wäre machbar.

Eine Kombination beider Varianten (Kerndämmung plus Innendämmung) ist ebenfalls möglich und bauphysikalisch unbedenklich. Dabei sind bei einer Innendämmung die beiden wichtigsten Forderungen einzuhalten: Die Dämmung muss hinterlüftungsfrei und lückenlos angebracht werden. Die Dämmstoffstärke sollte 8 cm nicht unterschreiten. Folien werden nicht benötigt. Raumseitig muss die Konstruktion luftdicht eingebaut werden (Putzen oder Luftdichtheitsebene).

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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