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Expertenrat

Können wir die Dämmung im Holzfußboden austauschen, ohne den Belag zu entfernen?

Frage von Ella Z. am 03.11.2020 

Wir haben ein Haus aus dem Baujahr 1955. Im Obergeschoss sind nur Schlafzimmer und in allen ist ein unangenehmer Geruch. Wir vermuten, dass er von der Unterschüttung unter dem Holzfußboden kommt. Wir möchten die Dämmung austauschen, ohne den Boden zu entfernen. Haben Sie für uns ein Beispiel, wenn es so möglich ist?

Antwort von Christoph v. Stein 

Zwei Quellen für den Geruch halte ich für wahrscheinlich, und ein oder zwei konkrete Arbeitshypothesen können der Suche eine Richtung geben.

Ein Grund für den Geruch könnten Marder, Mäuse oder Ähnliches sein, die ihre Ausscheidungen in den Hohlräumen der Decke hinterlassen.

Aber auch der Dämmstoff selbst könnte die Ursache sein. In den 1950-ern kamen die ersten Werkstoffe aus Polyurethan (PU) auf. Heute ein tolles, vielfältig verwendbares, ökologisches und erprobtes Material, aber leider hatte man damals den Herstellungsprozess noch nicht so gut im Griff. Das alte PU zersetzt sich unter Wärme und Feuchtigkeit und gibt dann einen durchdringenden Urin-Geruch ab. Es kann in Dämmstoffen stecken, aber es gab auch Verbundplatten mit diesem PU, die z. B. in Wand- und Deckenverkleidungen stecken. Prüfen können Sie das zum Beispiel mit einer Geruchsprobe an ein oder zwei Bohrungen.

Wenn es an einer PU-haltigen Schüttung liegt, kann man versuchen, diese abzusaugen, wenn sie feinkörnig genug ist. Es kann aber auch sein, dass die Geruchsstoffe bereits in die angrenzenden Materialien eingedrungen sind - in diesem Fall hilft es nur, diese auszutauschen.

Das Gleiche gilt für PU-haltige Plattenwerkstoffen. Auch diese sind auszutauschen, wenn sie den Geruch verursachen.

Wenn es an tierischen Ausscheidungen liegt, hört der Geruch auf, sobald die Ausscheidungen trocken sind. Also die Decke mit Zellulose-Einblasdämmung verfüllen. Das geht von oben, von unten oder von der Seite, was auch immer einfacher ist.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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