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Expertenrat

Wir möchten die Wände eines kernsanierten Holzhauses neu dämmen und mit Kunststoffpaneelen verkleiden. Wie gehen wir dabei vor?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Engin C. am 07.10.2020 

Wir haben uns vor ca. 1 Jahr ein Holzhaus gekauft und es kernsaniert. Nun wollen wir das Haus neu Dämmen und es hinterlüftet mit Kunststoffpaneelen verkleiden lassen.

Aufgebaut von innen nach Außen:
1. Gipskartonplatten
2. Holzlattung
3. Zwischenraum mit alter Dämmung
4. Holzlattung Außenfassade

Meine Fragen wären: Welche Dämmung würde für uns infrage kommen. Wie wäre der richtige Aufbau? Mit oder ohne Folie?

Wäre dieser Aufbau möglich? Oder gibt es eine bessere Möglichkeit?
1. Folie
2. Dämmung
3. OSB-Platten
4. Folie
5. Lattung
6. Kunststoff Paneele

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Die zusätzliche Wärmedämmung eines Gebäudes ist eine gute Methode zur Verbesserung der Behaglichkeit und zur Verringerung der Heizkosten. Wenn die Wärmedämmung bauphysikalisch richtig ausgeführt wird, sind Folgeschäden durch die Dämmung bzw. zusätzliche Dämmung ausgeschlossen. Besonders zu beachten sind dabei die Lückenlosigkeit der Dämmschicht und die Luftdichtheit auf der warmen Seite der gedämmten Konstruktion.

Die Luftdichtheit ist am besten mit einer sauber verlegten Dampfbremse zu erzielen, die von innen gesehen vor der Dämmschicht eingebaut wird und die feuchtevariable Eigenschaften aufweist. Diese speziellen Dampfbremsen verhindern, dass eine zu große Wasserdampfmenge vom Wohnraum aus in die gedämmte Konstruktion eindringt. Andererseits lassen sie auch den Rücktransport von Wasserdampf aus der Konstruktion zu. Neben der richtigen Auswahl einer solchen feuchtevariablen Dampfbremse muss auch die luftdichte Verlegung nach den Vorschriften der Systemhersteller erfolgen.

Innenseitig wird nach der Verlegung der Dampfbremse die Konstruktion z. B. mit 10 bis 25 mm Gipskartonplatten abgeschlossen, die auf einer Unterkonstruktion, z. B. aus Holzlatten, montiert werden. Bei der Montage der Unterkonstruktion darf die Dampfbremse/ Luftdichtheitsebene nicht verletzt werden.

Als Dämmstoff werden in einem Holzhaus gerne Zelluloseflocken, Holzfasern oder Holzfaserdämmplatten in einer Stärke von 14 bis 20 cm verwendet, die sehr gute Dämmwerte und eine gute thermische Trägheit besitzen. Aber auch Mineralfaserdämmstoffe können in ähnlicher Stärke verwendet werden.

Abgeschlossen wird die Dämmschicht mit einer diffusionsoffenen Winddichtung, die auch Unterspannbahn genannt wird. Anschließend kann gelattet werden, um eine hinterlüftete Fassadenkonstruktion zu ermöglichen.

Allerdings kann es erforderlich sein, in die beschriebene Konstruktion eine oder zwei Ebenen aus OSB-Platten einzubauen. Sie werden möglicherweise erforderlich, um bestimmten statischen Anforderungen zu entsprechen (ausgebaute Holzlattung). Hierzu sollten Sie unbedingt einen Baustatiker konsultieren.

Kommen OSB-Platten notwendigerweise aus statischen Gründen zum Einsatz, ist die gesamte Konstruktion bauphysikalisch mit den Eigenschaften der OSB-Platten zu berechnen und ggf. nachzujustieren. Eventuell kann in einem solchen Fall die Dampfbremse wegfallen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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