Bei der Sanierung eines Einfamilienhauses (Baujahr 1961) ist ein WDVS mit 15 cm Dämmstärke auf einem 24 cm starken Bimssteinmauerwerk geplant. Die Fenster sind außenbündig mit der Bestandswand montiert, sodass nur sehr begrenzter Raum für eine Laibungsdämmung besteht. Zusätzlich sind ungedämmte Vorbaurollladenkästen direkt auf dem Rohmauerwerk befestigt (U-Wert unbekannt).
In bisherigen Recherchen finden sich überwiegend Empfehlungen zur nachträglichen Innendämmung von Rollladenkästen, die im Kontext einer geplanten Fassadendämmung bauphysikalisch jedoch als unvollständige Lösung erscheinen.
Vorgesehen ist daher, die Vorbaurollladenkästen vor Ausführung des WDVS vollständig zu demontieren und nach Fertigstellung auf der WDVS-Ebene mit zugelassenen Montageelementen neu zu befestigen. Ergänzend soll – soweit konstruktiv möglich – eine reduzierte Laibungsdämmung ausgeführt werden.
Fragen:
Ist dieses Vorgehen aus fachlicher Sicht die richtige und bevorzugte Lösung zur Vermeidung von Wärmebrücken und Schimmelrisiken bei außenbündig eingebauten Fenstern? Reicht eine geringe Laibungsdämmung in diesem Fall aus, oder sind weitergehende Maßnahmen erforderlich?
Gibt es aus Sicht der Redaktion bzw. der Fachgemeinschaft bereits bekannte oder diskutierte Praxisfälle mit vergleichbarer Ausgangslage (außenbündig eingebaute Fenster, WDVS-Sanierung, nachträgliche Montage von Vorbaurollladenkästen), und welche Erfahrungen oder empfohlenen Detailausbildungen haben sich hierbei bewährt?
Die beschriebene Lösung ist aus technischer Sicht zu empfehlen. Mit dem Versetzen der Rollläden vermeiden Sie eine Wärmebrücke. Die Laibungsdämmung, wenn auch nur schmal, sorgt innen für eine höhere Oberflächentemperatur, was wiederum vor Kondensation und Schimmel schützt.
Achten sollten Sie auf ein thermisch getrenntes Befestigungssystem für die Vorbaurollläden auf dem WDVS. Die Laibungsdämmung sollte mit Hochleistungsdämmstoffen erfolgen (PUR, PIR oder Aerogel) und Fensterbänke sowie Stürze können mit Dämmkeilen ausgeführt werden, um auch geometrische Wärmebrücken an diesen Stellen zu minimieren. Achten Sie zudem auf eine luftdichte innere Fensteranschlussfuge, um das Eindringen von feuchtwarmer Luft in die Konstruktion zu verhindern.
Wir empfehlen, das Vorhaben mit einem Energieberater aus Ihrer Region zu besprechen. Diesen benötigen Sie ohnehin, um Fördermittel für die Fassadendämmung und das Versetzen der Rollläden zu beantragen. Wie das richtig funktioniert, erklären wir im Beitrag "BAFA-Förderung richtig beantragen - so geht's".
Benötigen Sie Unterstützung? Dann empfehlen wir Ihnen eine Online-Energieberatung mit unseren Energie-Effizienz- und Förder-Experten. Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für die Sanierung.