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Expertenrat

Können wir einzelne Räume im Haus mit einer Einblasdämmung versehen?

Frage von Steffen K. am 12.02.2021 

Wir wohnen in einem Altbau aus dem Jahr 1910. Das Gebäude hat einen Anbau, der ein zweischaliges Mauerwerk hat und daher im Prinzip für eine Einblasdämmung infrage kommt. Da es sich um eine Mehrfamilienhaus mit verschiedenen Eigentümern handelt, deren Interessenlage teilweise anders ist, weil sie nicht selbst im Haus wohnen, suchen wir nach einer Möglichkeit, nur unsere Etage im 3. OG zu dämmen.

Der Raum des Anbaus hat innen vorgestellte Trockenbauwände, die offensichtlich keine Dämmung enthalten. Zumindest hört es sich sehr hohl an, wenn man an den Wänden klopft. Auch die Decke ist offenbar alles andere als isoliert. Es handelt sich um ein Flachdach mit Holzbalken und einer Deckschicht aus OSB-Platten, auf denen die Dachpappe verklebt ist.

Das Flachdach wird als Dachterrasse der DG-Wohnung genutzt und man hört praktisch jeden Schritt. Meine Frage wäre daher, ob man die Einblasdämmung innen vor der Rigipswand und der abgehängten Decke einbringen kann, ohne den kompletten Raum zu öffnen. Entscheidend dabei ist natürlich, dass man keine Probleme mit Feuchtigkeit bekommt.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Grundsätzlich ist es möglich, nur einzelne Räume oder Bereiche im Haus mit einer Dämmung zu versehen. Auf diese Weise sinken Ihre Wärmeverluste etwas und der Komfort steigt, da die Oberflächen der Wände nach der Innendämmung wärmer sind. Eine Einblasdämmung kommt infrage, wenn der Zwischenraum breit genug ist und das Material nicht verschwinden kann - Letzteres wäre bei zweischaligen Mauerwerken der Fall. Bei der Dämmung hinter einer Trockenbauwand in einer einzelnen Etage besteht dieses Problem nicht.

Ohne die Wände zu öffnen, kann es im Bereich der Außenwände allerdings zu Feuchteproblemen kommen. Dabei dringt Wasserdampf aus der feuchten Raumluft in die Dämmung ein und kondensiert an der kühleren Wandfläche. Für Abhilfe sorgt hier nur eine Dampfbremse, die raumseitig auf der Dämmung liegt.

Ist die Dachhaut durch die verklebte Dachpappe nicht diffusionsoffen, ergibt sich hier ein ähnliches Problem. Feuchtigkeit kann in die Dämmebene eindringen und im Bauteil kondensieren. Das setzt zum einen die Dämmwirkung herab und kann zum anderen auch zu Schimmelproblemen führen. Sicherheit bietet auch hier nur eine Dampfbremsfolie, die innen unter der Dämmung sitzt.

Ohne das Gebäude und die individuellen Aufbauten zu kennen, ist eine konkrete Antwort aus der Ferne leider nicht möglich. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen auch die Beratung durch einen Energieberater der Energie-Effizienz-Experten-Liste oder einen Energieberater der Verbraucherzentrale. Letztere beantworten Detailfragen vor Ort dank staatlicher Förderung für eine Pauschale von 30 Euro.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 
 

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