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Expertenrat

Im gedämmten Fußboden entsteht Wasser. Woher kommt das und wie gehen wir dagegen vor?

Frage von Alexandra  Z. am 15.01.2022 

Wir haben ein Stelzenhaus gebaut. Nunmehr geht es uns um die Frage der Dämmung von unten. Folgender Bodenaufbau ist bereits geleistet (von oben nach unten): Estrich 6 cm + Fußbodenheizung + 8 cm Dämmung (EPS 045) + eine Lage OSB-Platten, + eine Lage Rauspund + Balkenlage. Nun haben wir zwischen die Balkenlage eine Mineralwolle-Dämmung (Rockwool Steinwolle 36,5) eingebracht und darunter eine diffusionsoffene Folie befestigt.

Nach einigen Tagen Hochheizen des Estrichs entstehen unter der Folie Wasserpfützen. Was läuft falsch? Wie verschieben wir den Taupunkt?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Sie schreiben, dass die Wasserpfützen unter der Folie entstehen. Wenn sie damit eine Pfützenbildung auf dem Erdreich meinen, könnte es sich um überschüssiges Wasser aus dem Heizestrich handeln, wenn es sich um ein Nassestrichsystem handelt. Dazu würde passen, dass in dem dargestellten Aufbau eine Feuchtigkeitssperre auf der Dämmschicht (also unterhalb des Systems der Fußbodenheizung) fehlt, die an den Randdämmstreifen hochgezogen werden muss. Diese Sperre soll verhindern, dass Anmachwasser aus einem Nassestrich in die Dämmung und weitere darunter liegende Schichten läuft.

Entstehen die Wasserpfützen in den Mulden auf der Oberseite der von Ihnen eingebauten Folie (also unterhalb der Mineralwolledämmung) kann es sich ebenfalls um Anmachwasser eines Nassestrichs handeln. Wahrscheinlicher ist in diesem Fall aber, dass die eingebaute Folie nicht diffusionsoffen bzw. diffusionsoffen genug ist. Dann kommt es zur Kondensation von Wasserdampf an der Oberseite der Folie, wenn es darunter kalt genug ist.

Handelt es sich um klares Wasser, das in allen Mulden der eingebauten Folie zusammenläuft, handelt es sich wahrscheinlich um Tauwasser, also kondensierten Wasserdampf. Verursacher könnte das Holz sein (Balkenlage, Rauspund), wenn es beim Einbau noch feucht war. Ebenso entsteht wegen der möglicherweise fehlenden Feuchtigkeitssperre (die auch eine Dampfbremse darstellen würde), eine hohe Wasserdampfbelastung durch das Trockenheizen des Heizestrichs, was eine Kondensatbildung auf der Oberseite der unter der Mineralwolle angebrachten Folie nach sich ziehen kann.

Es handelt sich wahrscheinlich nicht um Kondenswasser, wenn das Wasser eher trüb ist und sich das Wasser nicht in allen Mulden findet bzw. große Mengenunterschiede bestehen. Es ist natürlich auch nicht auszuschließen, dass die Fußbodenheizung oder eine andere wasserführende Rohrleitung ein Leck hat. Wurden die Rohrleitungen vor dem Einbringen des Estrichs abgedrückt? Müssen sie gegenwärtig Wasser in das Heizungssystem immer wieder nachfüllen?

Ist der Estrich trocken bzw. das Holz ausgetrocknet, wird die Tauwasserbildung aufhören. Um diesen Prozess zu beschleunigen, empfehle ich, die unten angebrachte Folie für mindestens ein Jahr zu entfernen. Wird später erneut eine Unterspannbahn angebracht, sollte diese einen sehr geringen sd-Wert um 0,1 bis 0,05 m besitzen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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