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Expertenrat

Ich baue ein Bauernhaus aus. Welche Förderung ist besser: Die Förderung von Einzelmaßnahmen oder die Förderung als Effizienzhaus?

Frage von Andreas M. am 29.07.2025 

Ich baue gerade langjährig ein Bauernhaus um, bis jetzt zu 95 % selbst gemacht. Die Fenster sind dreifach verglast, von 2021 und ohne Förderung, weil Eigenleistung damals nicht gefördert wurde. Ich möchte bei mir in 2026 eine Heizung neu einbauen lassen (da kenne ich mich zu wenig aus) und eine Fassadendämmung anbringen. Diese würde ich gerne in Eigenleistung anbringen. Ist dafür der KfW 261 komplett für beide?

Oder doch Einzelmaßnahmen z.b KfW 458 für die Heizung und Einzelmaßnahme Fassadendämmung, die bessere Wahl? Mir geht es um die Tilgungszuschüsse bzw. die Förderung. Ich kann beide Maßnahmen mit meinem Geld bezahlen, ohne Kredit. Wie komme ich an die höchsten (Tilgungs-)Zuschüsse für die beiden Vorhaben?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Den KfW-Kredit 261 können Sie nur beantragen, wenn Sie mit den geförderten Maßnahmen eine Effizienzhaus-Stufe erreichen. Je höher diese ist, umso höher fällt der Tilgungszuschuss aus. Ein Beispiel: Für ein EH 85 mit moderaten Anforderungen bekommen Sie einen Tilgungszuschuss in Höhe von 10 Prozent (inkl. Heizung) bzw. 5 Prozent (ohne Heizung). Für ein EH-40 mit sehr hohen Anforderungen bekommen Sie hingegen einen Tilgungszuschuss in Höhe von 25 Prozent (inkl. Heizung) bzw. 20 Prozent (ohne Heizung).

Entscheiden Sie sich für die Förderung von Einzelmaßnahmen, erhalten Sie allein für die Förderung der Heizung einen Zuschuss in Höhe von 30 bis 70 Prozent. Für die Einzelmaßnahme bekommen Sie zudem einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent. Haben Sie einen individuellen Sanierungsfahrplan, steigt dieser auf 20 Prozent an.

Zu beachten ist dabei allerdings, dass die anrechenbaren Kosten in der Regel niedriger ausfallen. Bei der Heizungsförderung können Sie 30.000 Euro anrechnen (für eine Wohneinheit). Gleiches gilt für die Förderung der Fassadendämmung. Mit iSFP steigt das Förderbudget bei der Dämmung auf 60.000 Euro pro Wohneinheit an. Bei der KfW-261-Förderung sind hingegen 120.000 bis 150.000 (mit Heizungsförderung) anrechenbar.

Welche Lösung in Ihrem Fall günstiger ist, lässt sich aus der Ferne nicht fundiert beurteilen. In vielen Fällen führt die Sanierung in Einzelmaßnahmen jedoch zu höheren Zuschüssen. Benötigen Sie Unterstützung? Dann empfehlen wir Ihnen eine Online-Energieberatung mit unseren Energie-Effizienz- und Förder-Experten. Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für die Sanierung.

Übrigens: Wie Sie die Förderung richtig beantragen, erklären wir in den Beiträgen "BAFA-Förderung richtig beantragen - so geht's" und "KfW-Heizungsförderung richtig beantragen - so geht's".

Bitte beachten Sie, dass die Förderung für Einzelmaßnahmen oder eine Effizienzhaus-Sanierung nur dann infrage kommt, wenn Sie bewohnte Bereiche ausbauen. Geht es um die Sanierung einer Scheune ohne Einbeziehung vormals beheizter Räume, kommt hingegen nur die Neubauförderung mit sehr hohen Anforderungen infrage. Tilgungszuschüsse gibt es dabei leider nicht.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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