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Expertenrat

Wie kann ich meinen Garagenboden zu Wohnraum ausbauen?

Frage von Marcel M. am 18.11.2014 

Ich möchte meinen Garagenboden zum Wohnraum ausbauen. Die Garage ist eine Kaltgarage mit einer Holzbalkendecke, der Dachboden ist ein 45grad vollverschaltes Satteldach. Folgendes ist für die Dachschrägen geplant: Isover 18mm Klemmfilz WLG 035 mit Dampfsperre und GK 12,5. Eine Zwischenwand aus Gipskarton 200mm breit inkl. Trennwanddämmung und Dampfsperre. Wie kann ich den Boden dämmen? Verfügbare Höhe 12cm über Holzverschalung bis Unterkannte FFB.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Wenn Sie ein bisher unbeheiztes Gebäude umnutzen, besteht die wichtigste Aufgabe darin zu sichern, dass die neuen Bedingungen der bisher problemlos funktionierenden Konstruktion keine Schaden zufügt. Ein voll verschaltes Satteldach besitzt wahrscheinlich eine Vordeckung aus Bitumenpappe o.ä. Eine solche Schicht ist als nicht diffusionsoffen anzusehen. Deshalb ist die raumseitige, also die auf der späteren warmen Seite der Dach-Konstruktion, befindliche Schicht zur Regelung der Wasserdampfkonzentration in der Dämmschicht nicht als Dampfsperre, sondern als Dampfbremse mit feuchtevariablen Eigenschaften auszuführen. So ist auch eine Rücktrocknung in den Wohnraum möglich. Lassen Sie sich dazu von einem Systemhersteller feuchtevariabler Bahnen den Systemaufbau berechnen. Bei der Ausführung kommt es auf eine luftdichte Ausführung an.

Da Sie die Zwischenwand mit 200 mm Mineralwolle ausführen wollen, schlussfolgere ich, dass es sich nicht um eine Zwischenwand zweier beheizter Räume handelt. An die Eigenschaften der feuchtevariablen Dampfbremse werden in diesem Fall kaum anspruchsvolle Forderungen gestellt, sofern die kalte Seite der Zwischenwand an einem kaltluftumspülten (belüfteten) Bereich liegt. Entscheidend ist hier lediglich die luftdichte Ausführung der Dampfbremse. Dies wäre auch der Fall, wenn Sie mit Zwischenwand die Abseitenwände an den Traufseiten meinen.

Die Decke zur Garage ist offenbar eine Holzbalkendecke mit einer unterseitig und oberseitig angebrachten Holzschalung. In die Zwischenräume können ebenfalls Mineralwolle-Matten eingelegt werden, sofern eine Schalungsseite geöffnet werden kann. In Frage kommt auch eine Schüttung aus Perlite oder das Ausblasen mit Zellulosedämmstoff. Da die Dämmschicht etwas stärker als 12 cm sein könnte, würde ich noch eine die Balken bzw. die Schalung überdeckende Dämmebene einbauen. Hier bietet sich oberhalb der Schalung ein geschütteter Dämmstoff mit aufgelegtem Trockenestrich an. Es kann auch ein Fußbodenaufbau aus Verbundplatten (Holzspanplatte mit Styropor oder Holzfaserdämmung) gewählt werden. Wichtigster Aspekt ist auch hierbei die luftdichte Ausführung des Trocken-Estrichs. Eine separate Dampfbremse ist bei dieser Konstruktion nicht erforderlich.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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