Expertenrat

Wie kann ich meine Gartenlaube einfach dämmen?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Daniel S. am 23.06.2020 

Sehr geehrte ExpertInnen, ich suche Rat für einen einfachen Wand-, Boden-, und Deckenaufbau für eine schlichte 24 qm Kleingarten-Laube, die nur selten mal am Wochenende beheizt werden wird. Es soll darin nicht zugig sein und im Sommer nicht so heiß werden. Mir schwebt vor: Unterlüfteter Boden, Holzständerbau, von innen (oder außen? oder beidseitig?) beplankt und ausgesteift mit OSB oder ESB, Dämmung gern etwa mit Holzfaserdämmplatten, hinterlüftete Fassade / Bretterverschalung, Satteldach mit Aufdachdämmung aus Holzfaserdämmung und/oder Zwischensparrendämmung von innen falls möglich.

Die Fenster werden einfach verglast sein. Auf Folien, Styropor und Mineralwolle würde ich gern verzichten, falls das geht. Können Sie einen Rat geben, wie man für so eine Hütte eine pragmatische und nachhaltige Dämmung hinbekommt, die auch dann trocken bleibt, wenn nicht alles hermetisch abgedichtet wird?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Auf Folien, Styropor und Mineralwolle können Sie sicherlich verzichten. Diese Baustoffe stehen auch nicht automatisch für trockensichere Gebäude. Es kommt immer auf die baustoffspezifischen Ausführungen an.

Ein unterlüfteter Boden aus Kanthölzern und Dielung oder OSB-Platten ist sicher eine gute Voraussetzung. Der Boden unterhalb der Laube sollte dazu mit einer kapillarbrechenden Schicht ausgeführt werden, damit frostbedingte Bewegungen des Bodens unterbleiben. Die Kanthölzer für den Boden können z. B. mittels Einschlag- oder Einschraubhülsen auf Höhe verlegt werden. Möglich sind auch Punkt- oder Streifen-Fundamente oder, wenn der Boden dies zulässt, einzelne auf dem Frostschutz aufgelegte Betonsteine, die einen Abstand der Balken von etwa 10 bis 20 cm zum Frostschutz ermöglichen. Reden Sie dazu mit einem Statiker oder realisieren Sie es so, wie es bereits bei langjährig bestehenden Lauben in der Umgebung ausgeführt wurde.

Ob der Boden gedämmt werden sollte oder nicht, hängt von der Nutzung und Ihrem Komfortbedürfnis ab. Aber auch wenn nur gelegentlich geheizt wird, ist die sich einstellende Behaglichkeit an kühleren, aber auch an heißen Tagen stark von der Dämmung und dem luftdichten Einbau abhängig. Ich würde daher dazu raten, zunächst einen geschlossenen Boden aus untereinander verklebten OSB-Platten auf den Kanthölzern zu befestigen. Diese OSB-Platten gehen bis an die senkrechte, innenseitige Beplankung mit OSB-Platten. Im Eckbereich wird sorgfältig abgeklebt. Das schafft die nötige Luftdichtheit nach unten und verhindert das Eindringen von Ameisen und anderen Insekten. Danach können Holzfaserdämmplatten (6 bis 10 cm) aufgebracht werden, auf die dann wiederum eine zweilagige Schicht aus kreuzweise verlegten OSB-Platten als Trockenestrich kommt. Eine Dämmung aus Holzweichfasermatten ist auch möglich, jedoch sind diese nicht druckbelastbar und verlangen die Verlegung zwischen Kanthölzern. Folien sehe ich hier nicht, die gesamte Konstruktion ist diffusionsoffen aufgebaut.

Die Ausführung der Außenwand als Holzständerwand ermöglicht die Fassadendämmung mit Holzweichfasermatten (etwa 6 bis 10 cm). Diese werden ohne Luftzwischenräume zu hinterlassen zwischen die Ständer verlegt und anschließend mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn von außen winddicht abgedeckt. Danach kann die hinterlüftete Brettverschalung mit Unterlattung montiert werden. Innenseittig wird die Holzständerwand mit OSB-Platten ausgesteift.

Die Dachkonstruktion kann als Zwischensparrendämmung ausgeführt werden, jedoch ist dann eine Belüftungsebene oberhalb der Dämmschicht bzw. unterhalb der Dacheindeckung erforderlich. Diese kann mit der Aufdachdämmung vermieden werden.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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