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Expertenrat

Wie können wir unser Holzhaus fachgerecht dämmen?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Waldemar R. am 04.05.2020 

Wir wollen unser Holzhaus (Bj. 2006) außen dämmen. Die Außenwand ist einschalig und 9 cm dick, innen nicht isoliert oder verkleidet. Die Außenfassade soll mit Holz verkleidet und hinterlüftet sein. Bitte um ein Rat, welche Dämmung wir anwenden sollen und wie soll der Aufbau fachmännisch erfolgen. Für jede Antwort bin ich dankbar.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Sie steuern auf eine Konstruktion zu, die sich fachmännisch ausgedrückt, Wärmedämmung der Außenwand mit hinterlüfteter Fassade nennt. Bei dieser Konstruktion wird nicht etwa, wie häufig fälschlich angenommen, die Wärmedämmung hinterlüftet. Ein wichtiges Konstruktionsmerkmal für eine funktions- und bauschadensfreie Konstruktion besteht gerade darin, dass der Wärmedämmstoff möglichst direkt, also ohne jegliche Zwischenräume auf die Außenseite der zu dämmenden Außenwand aufgebracht wird. Denn eine Durch- oder Hinterströmung des Dämmstoffes muss aus bauphysikalischen Gründen, aber auch wegen der angestrebten Energieeffizienz, unterbleiben.

Um bei Holzwerkstoffen im Gesamtsystem zu bleiben, empfiehlt sich eine Dämmschicht entweder aus Holzfaserdämmplatten, Holzweichfasermatten oder Holz- bzw. Zellulosefasern. Entscheiden Sie sich für lose Faserdämmstoffe, werden diese in eine verlorene Schalung eingeblasen. Dazu sind zunächst Holzfaserdämmplatten in einem bestimmten Abstand von der zu dämmenden Wand auf einer Holzkonstruktion anzubringen. Der Abstand ergibt sich aus der gewünschten Dämmstoffdicke. Wenn es sich um Außenwände, bestehend aus Blockbohlen, handelt, und die Innenseite nicht weiter luftdicht verkleidet ist bzw. wird, ist vor der Montage der verlorenen Schalung eine luftdichtende feuchtevariable Dampfbremse lückenlos auf der Außenseite der Außenwand zu verlegen.

Nach der Montage der Holzunterkonstruktion und der Holzfaserdämmplatten wird der gewählte Faserdämmstoff in die Hohlräume eingeblasen. Die wirksame Dämmstoffstärke ergibt sich aus der Stärke der eingeblasenen Fasern (Empfehlung etwa 16 cm) plus der Dicke der Holzfaserdämmplatte (Empfehlung 4 cm).

Anschließend wird eine Lattenkonstruktion angeschraubt (zunächst senkrechte Kanthölzer 3 x 5, danach eine Lage waagerechte Kanthölzer 3 x 5 bei senkrechter Holzschalung), die den Abstand zur nachfolgenden Brettschalung herstellt und die Hinterlüftung der Wetterschutzschale ermöglicht.

Als Brettschalung empfiehlt sich eine etwa 22 bis 28 mm starke, senkrecht angebrachte Lärchenholzschlaung als Boden-Deckelsystem. Bevor Sie sich ans Werk machen, empfehle ich eine bauphysikalische Berechnung durch den Hersteller der Holzfaserdämmplatten oder der Faserdämmstoffe, insbesondere bezüglich der Eigenschaften der Dampfbremse.

Für das Lärchenholz sollte das Holz langsam wachsender nordischer Standorte verwendet werden. Bei der Boden-Deckelschalung sollte die Kernseite der Bretter zur Witterungsseite, also nach außen zeigen. Die Deckbretter werden nicht in die Bodenbretter, sondern in die Unterkonstruktion verschraubt. Die Montage erfolgt mit Edelstahlschrauben (mit Bohrkopf). Bitte denken Sie auch an die Fördermöglichkeiten durch die KFW-Bank.


Kommentare

Waldemar R.

Vielen Dank für kompetente Antwort. Wären Sie so nett und könnten mir erklären, wie ich bei einer festen Dämmung vorgehen soll: Wäre in dem Fall eventuell auch Fixrock von Rockwool geeignet? Im Voraus vielen Dank!

Dipl.-Ing. Frank Nowotka

Das Produkt Fixrock ist für eine Wärmedämmung mit hinterlüfteter Fassade ebenfalls geeignet. Ich rate Ihnen dazu, bezüglich des bauphysikalisch richtigen Systemaufbaus den für ihr Verkaufsgebiet zuständigen Außendienstmitarbeiter von Rockwool zu kontaktieren. Auch im Falle von Mineralwolle als Dämmstoff ist eine raumseitig luftdichte Ausführung notwendig.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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