Ich plane die Innendämmung im Badezimmer eines Hauses BJ. 1929. Es handelt sich um EG, 2 Außenwände, 50 cm Stampfbeton mit Kalkanstrich, Fensterlüftung, elektrische FBH. Beide Außenwände sollen innen gedämmt werden.
Die Wand mit der Fensteröffnung soll mit 50mm Kalziumsilikatplatten inkl. Laibungen gedämmt werden. Diese Wand geht nach Westen, wird jedoch durch einen Baum teilweise von Schlagregen geschützt.
Die zweite Außenwand (Nordausrichtung, Baumbestand) soll in Teilbereichen gefliest werden (nur Dusche und Spritzbereich hinter Waschbecken). Innendämmung hier 50 mm Schaumglas.
Mein Verständnis ist, dass man auf feuchtigkeitsregulierende Innendämmungen (Kalziusilikat, StoPerlite...) keine Fliesen aufbringen darf. Daher fiel die Wahl auf Glasschaum für den gefliesten Bereich.
Ist dies so korrekt?
Die Innendämmung ist in Bezug auf Feuchtigkeit immer kritisch, vor allem im Badezimmer. Denn hier entsteht in sehr kurzer Zeit sehr viel Feuchtigkeit, die über die Luft in die Bauteile eindringen kann. Wichtig ist daher neben der Dämmung unbedingt ein optimales Lüftungsverhalten.
Kalziumsilikatplatten sind kapillaraktiv. Sie können Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, diese speichern und zeitversetzt wieder abgeben. Vor allem bei der Innendämmung ist das sehr günstig, da Kondensation und Schimmel auf diese Weise weniger auftreten. Damit die Elemente korrekt arbeiten, ist der gesamte Aufbau nach innen hin kapillaraktiv zu gestalten. Anstelle von Fliesen kommen daher zum Beispiel geeignete Farben infrage.
Schaumglas gilt als feuchtigkeitsbrechend und leitet Flüssigkeiten nicht hindurch. Interessant ist das vor allem für Bereiche, in denen ein Kontakt zum Erdreich besteht. Bei der Innendämmung ist das nicht unbedingt nötig. Sinnvoll ist an den Wänden im Spritzbereich aber eine dampfdichte Dämmung. Dabei bringen Sie einen geeigneten Dämmstoff auf der Wand auf und schließen die Konstruktion nach innen hin dicht ab.
In beiden Fällen kommt es auf eine lückenlose Verklebung der Dämmplatten auf der Wand an. Außerdem ist vor der Maßnahme zu prüfen, ob die Außenwand trocken und geeignet ist.
Die Innendämmung ist ein komplexes Vorhaben, vor allem im Badezimmer. Deswegen empfehlen wir dringend, die Maßnahme vor der Durchführung mit einem Energieberater aus Ihrer Region zu besprechen. Der Experte gibt Informationen zum fachgerechten Aufbau sowie wichtige Tipps zur Umsetzung.