x
Expertenrat

Wie dämme ich die Bruchsteinwand von innen richtig, um Probleme und Schimmel zu vermeiden?

Frage von Roman O. am 30.01.2026 

Ich bin dabei, das Erdgeschoss unseres Hauses zu renovieren und zu modernisieren. FBH ist bereits eingebaut. Fußboden natürlich auch gedämmt. Nun sollen neue 3-fach verglaste Fenster rein. Und die Wände sollen von innen gedämmt werden. Nun stellt sich die Frage: diffusionsoffen mit Multipor oder Holzfaser oder diffusionsdicht mit GK-Verbundplatten?

Im Obergeschoss wurde damals mit GK-Verbundplatten gedämmt, da besteht die Außenwand allerdings aus Vorkriegs-Bims. Unten, wie gesagt, Bruchstein mit wahrscheinlich Lehm. Hier würde ich eher zu diffusionsoffenen Systemen wechseln, oder?

Dann die Frage: Multipor oder Holzfaser?

Die Wärmeleitfähigkeit ist bei Holzfaser etwas besser und die kosten fast nur ein Viertel von den Multipor-Platten. Allerdings sind die Multiporplatten etwas alkalisch und somit hat Schimmel keine Chance. Jetzt dachte ich, ich frage mal einen Experten, was so bei Bruchstein empfohlen wird.

U-Wert der Wand sollte unter 0,5 W/(m²*K) kommen. Also müsste ich, wenn ich richtig gerechnet habe und der Multipor-Rechner von Xella stimmt, 8 cm Dämmung anbringen. Eine 50 cm Bruchsteinwand hat laut dem Multipor-Rechner einen geschätzten U-Wert von 2,26 W/(m²·K). Genaue Dicke muss ich noch mal nachmessen.

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Eine Innendämmung sollte, wenn möglich, immer diffusionsoffen ausgeführt werden. GK-Verbundplatten mit Schaumpolystyrol sind entgegen weitverbreiteter Meinung nicht diffusionsdicht. Schaumpolystyrol hat nur eine leicht dampfbremsende Wirkung, die der von Holz entspricht.

Wichtig ist, dass eine Innendämmung nur dann bauschadensfrei bleibt, wenn der Außenputz intakt ist. Eine Regenbelastung darf nicht zu einer Durchfeuchtung von außen führen, da das Trocknungspotential mit ausgeführter Innendämmung eingeschränkt ist.

Bruchsteinwände mit Lehm im Zwischenraum können mit den von Ihnen angedachten Systemen von innen gedämmt werden. Diese Wände müssen auf jeden Fall eine funktionierende Horizontalsperre besitzen. Der U-Wert der bestehenden Bruchsteinwand spielt für die Ermittlung des resultierenden U-Wertes kaum eine Rolle.

Ihre Überlegung, dort die Dämmung mit Multiporsteinen zu machen, ist richtig. Ein alkalischer pH-Wert führt zu einem höheren Schimmelschutz. Allerdings sollte dann auch der Putz als Kalkputz ausgeführt werden. Ein solcher Wandaufbau hätte wegen der kapillaren Eigenschaften auch ein hohes Trocknungspotential, wenn die Wände wider Erwarten einmal feucht werden sollten.

War die Antwort für Sie hilfreich? Dann können Sie unserem Redaktions- und Expertenteam gerne einen Kaffee spendieren!

Wollen Sie bei Sanierung und Förderung auf dem Laufenden bleiben? Dann abonnieren Sie doch einfach unseren Newsletter!


Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

Energieberater-Suche

Finden Sie Energieberater oder Sachverständige vor Ort

 

Förderüberblick Sanierung

 

PraxisTalk Energieberatung

 

Tools & Support für Energieberater

 

Online-Energieberatung

 

Newsletter-Abo