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Expertenrat

Wir möchten die Garage zum Wohnraum umbauen und von innen dämmen. Funktioniert das, wie geplant?

Frage von Günter M. am 21.09.2025 

Wir möchten unsere Garage in Wohnraum umbauen, da unsere Garage mit dem Haus verbunden ist. Da die Garage jedoch an einer Seite an die Nachbarsgarage angrenzt, können wir von außen keine Dämmung an die Fassade anbringen. Das bedeutet, wir müssen von innen dämmen. Das Mauerwerk ist 36 cm dick und soll gedämmt werden. Der Plan wäre, 100 mm PIR GK Verbundplatten (Alukaschiert) zu nehmen, damit möglichst wenig Wohnraum verloren geht. Die Platten würden wir mit Klebeschaum an das vorhandene Mauerwerk aufkleben. Zusätzlich würden wir später dübeln mit Thermodübel. Nach Abdichtung an den Seiten könnte man mit dem Verputzen beginnen. Wäre die Ausführung soweit korrekt?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Bei der diffusionsdichten Innendämmung besteht grundsätzlich eine erhöhte Tauwassergefahr. So kann Feuchtigkeit durch Undichtigkeiten in den Raum zwischen Dämmung und Wand gelangen und dort kondensieren. Um das zu verhindern, sollten Sie auf eine fachgerechte Verarbeitung achten. Das heißt: Die Platten sind lückenlos auf der Wand zu verkleben (kein Punkt-Wulst-Verfahren). Die Anschlüsse an angrenzende Bauteile sind fachgerecht abzudichten und Dübel dürfen die luftdichtende Ebene nicht zerstören. Ist die bestehende Wand trocken und halten Sie sich an diese Punkte, ist die geplante Ausführung möglich.

Sicherer wäre eine diffusionsoffene Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten oder ähnlichen Werkstoffen. Diese nimmt Feuchtigkeit auf, die sie zeitversetzt an den Raum zurückgibt. Das schafft zum einen ein besseres Raumklima und schützt zum anderen vor Problemen mit Feuchtigkeit.

Zu beachten ist außerdem, dass an den Anschlüssen zu Außenbauteilen eine Wärmebrücke entsteht. Diese verhindern Sie weitestgehend, indem Sie auch einen Teil der angrenzenden Bauteile dämmen. Hier kommen beispielsweise Dämmkeile zum Einsatz.

Wichtig zu wissen: Aus der Ferne können wir nicht fundiert beurteilen, ob der geplante Aufbau zuverlässig funktioniert. Daher empfehlen wir den Kontakt zu einem Energieberater aus Ihrer Region. Dieser erstellt einen Tauwassernachweis (z. B. nach Glaser-Verfahren) und zeigt, auf welche Punkte bei der Ausführung besonders zu achten ist.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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