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Expertenrat

Wie kann eine 126 Jahre alte Holzbalkendecke über dem Keller richtig gedämmt werden?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Frank S. am 20.11.2016 

Wir planen, eine Holzbalkendecke im Keller zu dämmen. Das Haus ist Baujahr 1890 und nach Inaugenscheinnahme ist keinerlei Schüttung zwischen den Balken, sodass ungehindert kalte Luft in das Hochparterre eindringt. Der Aufbau des Erdgeschossbodens besteht aus alter Dielung, OSB-Platten, einer Trittschalldämmung und Laminat. Die Kellerdecke selbst ist mit einer einfachen Lattung verkleidet. Dabei gibt es Spalte von 1 cm.

Der Keller hat eine Sperrung vor aufsteigender Feuchtigkeit und er ist eigentlich trocken. Pappe wird nicht feucht. Haben Sie einen Tipp, wie ich nun am besten vorgehen kann? Die Wohnung ist bewohnt und es ist eine Isolierung nur von unten möglich. 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Praktisch sehe ich zwei Möglichkeiten, die Holzbalkendecke zu dämmen. Eine wichtige Voraussetzung wäre allerdings, dass der Fußbodenaufbau auf der warmen Seite (Dielung, OSB, Trittschalldämmung, Laminat) luftdicht ausgeführt wurde. Keinesfalls darf nach der Dämmmaßnahme warme Raumluft in die Holzbalkenkonstruktion eindringen, was insbesondere an den Rändern und ggf. bei Durchdringungen (Rohrleitungen o.ä.) zu überprüfen wäre.

Erweist sich die Konstruktion als luftdicht (ggf. Luftdichtheitsmessung), kann der Hohlraum zwischen den Lagerbalken mit beliebigem Dämmstoff ausgefüllt werden. Dazu wird die Lattung ganz oder teilweise entfernt. Anschließend wird ein mattenartiger Dämmstoff (z.B. Mineralwolle, Pflanzenfasern) entsprechend zugeschnitten und in die Zwischenräume und in der Höhe (Balkenhöhe) vollständig verfüllt. Luftspalte werden nicht gelassen. Folien werden keine benötigt. Die bisherige Lattung kann wieder angenagelt werden. Fertig!

Eine weitere Möglichkeit sehe ich darin, die vorhandene Lattung beizubehalten und mittels Holzfaserdämmplatten ganzflächig von unten zu verkleiden. Dabei bietet sich die Möglichkeit, durch die Wahl unterschiedlich starker Holzfaserdämmplatten, auf eine entsprechende Dämmschichtdicke zu kommen (größer 12 cm). Außerdem werden die Balken durch die Dämmplatten überdämmt. Anschließend kann ein Fachbetrieb einen einblasfähigen Dämmstoff, z.B. Holz- oder Zellulosefasern, einblasen. Dazu wird pro Gefach ein größeres Loch geschnitten, in welches der Einblasschlauch eingeführt wird. Nach dem Ausblasen ist die Konstruktion optimal gedämmt.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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