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Expertenrat

Wie viel kostet eine Stromheizung mit Photovoltaik?

Unser Experte ENERGIE-FACHBERATER  antwortet

Frage von Chris J. am 27.04.2021 

Wir wollen vielleicht ein altes Haus kaufen, bei dem keine Heizung installiert ist. Jetzt ist aufgrund der staatlichen Förderung der Gedanke recht nah, eine Photovoltaikanlage inkl. Heizungen über Strom zu installieren. Mit welchen Kosten ist in etwa zu rechnen bei einem ca. 150 qm großen Haus über 2 Etagen mit Spitzdach? Von der Ausrichtung wäre das Dach absolut perfekt.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Eine zuverlässige Antwort aus der Ferne ist in diesem Fall leider nicht möglich. Denn die Anschaffungskosten hängen sehr stark vom energetischen Zustand des Gebäudes ab. Ist dieser hoch und das Haus verliert nur wenig Wärme, kann die Photovoltaik kleiner ausfallen und auch die Heizflächen müssen weniger leisten. Einige Anhaltswerte helfen dabei, die Kosten zu überschlagen:

Ein energiesparendes Haus mit einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern benötigt etwa 50 kWh pro Quadratmeter, was überschlägig einem Wärmebedarf von 7.500 kWh im Jahr entspricht. Bei einem unsanierten Altbau können Sie den Wert üblicherweise mit dem Faktor 3 multiplizieren. Geht es um die Auslegung der Photovoltaik, ist daran zu denken, dass die solare Einstrahlung in der Heizperiode deutlich geringer ist als im Sommer.

Mit einer etwa 15 kWp großen PV-Anlage können Sie den Wärmebedarf in der kalten Jahreszeit zumindest anteilig decken. Im Sommer erwirtschaften Sie hingegen große Überschüsse. Diese lassen sich mit einem Tagesspeicher bevorraten, um in der warmen Jahreshälfte weitestgehend autark zu leben. Nutzen Sie außerdem eine Strom-Cloud, bekommen Sie Überschüsse aus dem Sommer im Winter gratis oder zumindest deutlich günstiger zurück.

Bei einem Preis von 1.200 Euro pro kWp zahlen Sie für eine Anlage in der Größenordnung etwa 18.000 bis 20.000 Euro. Hinzu kommen 12.000 bis 18.000 Euro für Stromspeicher und Zubehör. Realisieren Sie die Warmwasserbereitung dezentral mit Durchlauferhitzern oder mit einem zentralen, elektrisch beheizten Warmwasserspeicher, fallen dafür noch einmal 1.000 bis 3.000 Euro an. Die Infrarotheizflächen im Haus kosten abhängig vom System noch einmal 5.000 bis 10.000 Euro. Damit ergeben sich für ein Energiesparhaus Gesamtkosten von etwa 36.000 bis 51.000 Euro, wobei Fördermittel für Photovoltaik und Stromspeicher noch nicht berücksichtigt sind.


Alternativ zur Elektroheizung können Sie auch eine Wärmepumpe mit Photovoltaik installieren. Bei dieser Varianten sinken die Kosten für Solarmodule und Speicher. Dafür steigen die Ausgaben der Wärmepumpe, der Wärmeverteilung und der Wärmeübertragung.

Unser Tipp: Lassen Sie sich von einem Energieberater vor Ort beraten. Der Experten ermittelt den tatsächlichen Wärmebedarf und die Größe der Technik, um diesen zu decken. Sie erhalten eine zuverlässige Aussage zu den Anschaffungskosten, erfahren, wie hoch Ihre Heizkosten in Zukunft sein werden und können auf diese Weise verschiedene Heizlösungen miteinander vergleichen.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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