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Expertenrat

Wir wollen die Ölheizung austauschen. Lohnt sich eine Luft-Wärmepumpe in unserem Haus?

Frage von Frank H. am 08.10.2021 

Ich möchte meine Ölheizung wechseln und eine Luft-Wärmepumpe einbauen. Ich beschäftige mich schon seit Längerem mit dem Thema, aber irgendwie hört man negative Meinungen, dass beim Altbau die Effizienz infrage steht und ob die Wärmeausbeutung reicht. Wir haben ein Einfamilienhaus mit 140 qm Wohnfläche, 4 Personen, Heizkörper und Fußbodenheizung in Bad, Toilette, Flur und Küche, neue Fenster sowie eine 40 mm starke Außendämmung. Können Sie mir einen unabhängigen Rat geben? Die Hersteller und die Firmen wollen nur Geld verdienen, deshalb bin ich skeptisch zu deren Meinungen.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Auch bei einer Luft-Wärmepumpe im Bestand müssen Sie nicht frieren, wenn die Anlage richtig ausgelegt ist. Es kann allerdings sein, dass die Heizkosten höher ausfallen als erwartet. Grund dafür ist die Funktion der Wärmepumpe, die auf einem Strom betriebenen Prozess basiert. Dieser verbraucht mehr Energie, je weiter Vorlauf- und Außentemperaturen auseinanderliegen.

In Ihrem Haus könnte sich die Technik lohnen. Denn durch Fenster, Dämmung und Flächenheizung erfüllen Sie die Voraussetzung für eine niedrige Vorlauftemperatur. Lässt sich diese ohne Einbußen am Komfort auf etwa 50 Grad Celsius begrenzen, können Sie mit der Luft-Wärmepumpe in der Regel effizient heizen. Probieren Sie das am besten an der bestehenden Anlage aus: Reduzieren Sie die Vorlauftemperatur an kalten Tagen und prüfen, ob Ihr Haus noch warm genug wird. Auf Wunsch bekommen Sie dabei auch Unterstützung von einem Heizungsbauer aus Ihrer Region.

Ist die Vorlauftemperatur im Winter höher, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können Sie die Ölheizung zusätzlich behalten oder die neue Wärmepumpe mit einer neuen Gas- oder Ölbrennwertheizung koppeln. Die konventionelle Heizung springt dabei nur an sehr kalten Tagen an, während die Wärmepumpe weite Teil des Jahres effizient und sparsam allein für Wärme sorgt.

Alternativ können Sie auch neue Fußbodenheizflächen, Niedertemperatur- oder Wärmepumpenheizkörper einbauen, die mit geringen Vorlauftemperaturen mehr Wärme ins Haus bringen. Zusätzlich lohnt sich ein hydraulischer Abgleich, bei dem Experten Ihre Anlage so einstellen, dass diese die Wärme optimal im Haus verteilt.

Wichtig zu wissen ist, dass Sie eine attraktive Förderung für Wärmepumpe, Gasbrennwert-Hybridwärmepumpe, Heizkörper, Fußbodenheizflächen und hydraulischen Abgleich bekommen. Verfügbar sind dabei Zuschüsse sowie Darlehen mit Tilgungszuschüssen in Höhe von 40 bis 50 Prozent.

Laden Sie sich unsere Anleitung zur Förderung für eine neue Wärmepumpe herunter - da werden in einem interaktiven eBook alle Förderalternativen beschrieben und Schritt für Schritt der Weg zur maximalen Förderung aufgezeigt.

Unser Tipp: Da wir Ihnen aus der Ferne leider keinen konkreten Rat für Ihr Gebäude geben können, empfehlen wir den Kontakt zu einem unabhängigen Energieberater aus Ihrer Region. Die Experten verdienen nicht am Verkauf der Heizung und schätzen die Situation vor Ort neutral und fachgerecht ein. Ansprechpartner finden Sie in unserer Experten-Datenbank oder in der Energie-Effizienz-Experten-Liste des Bundes.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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