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Expertenrat

Wie kann ich Stützen aus Ziegeln energetisch günstig in die Außenwand einbinden?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Markus J. am 13.10.2018 

Im Zuge der Kern-Sanierung einer Doppelhaushälfte haben wir großere Öffnungen (3,6 m und 2,0m) im Wohnzimmer für Schiebetüren geschaffen. Diese wurden gemäß den Anweisungen des Statikers mit jeweils einem Mauerwerkspfeiler (30 x 30 cm) links und rechts und einem HEB220-Stahlträger realisiert.

Die Außenwände sind durchgehend aus 30 cm Porenbeton (Bj 1975), die neuen Pfeiler aus einem Vollziegel, der die entsprechende Druckfestigkeit aufweist.
Energetisch betrachtet, sollten ja die U-Werte der Wand, des Pfeilers, des Stahlträgers und der Fenster etwa dieselbe Größenordnung haben, damit die Gefahr von Schimmelbildung minimiert wird. Der Vollziegel hat ja nun einen gravierend schlechteren U-Wert (~3,2), als die Porenbeton-Mauer mit schätzungsweise 0,8 aus dem Baujahr. Bei dem Stahlträger weiß ich es nicht.

Wie sollte hier sinnvoll verfahren werden? Eine partielle Außendämmung an den Pfeilern ist aus optischen Gründen kaum sinnvoll anzubringen. Sollten die Ziegel-Pfeiler (aufwendig) durch ein anderes Material wie z. B. Kalksandstein ersetzt werden (Porenbeton hat nicht die nötige Druckfestigkeitsklasse 20)? Kalksandstein wiederum hätte einen drastisch besseren U-Wert als die Porenbeton-Wand. Wie dämmt man den Stahlträger sinnvoll? Aktuell ist er mit Porenbeton ausgemauert. Die Auflageseite zu den Fenstern hin ist jedoch unverkleidet. Ist das eine Kältebrücke, wenn man die Fenster außen bündig einbaut?

Irgendwie bin ich hier nun sehr verunsichert, was die richtige Ausführung betrifft. Vielleicht können Sie mir ja einen Hinweis in die richtige Richtung geben. 

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Leider geht aus Ihrer Schilderung nicht eindeutig hervor, in welcher Wand die Schiebetüren sitzen. Ich gehe aber davon aus, das hier große Fenster in der Außenwand, z.B. zum Garten, eingebaut wurden. Dann ist die wärmetechnische Qualität der Stützpfeiler und des Stahlträgers von entscheidender Bedeutung, um Tauwasser und Schimmel zu vermeiden.

Sie haben selbst schon darauf hingewiesen, dass die U-Werte der Bauelemente in der Außenwand möglichst niedrig und mindestens im Bereich der Außenwand (0,8) sein sollten. Daher ist es auch keine Option, ungedämmten Kalksandstein für die Pfeiler einzusetzen, der in der entsprechenden Druckfestigkeitsklasse keinesfalls bessere U-Wert zulässt. Sie werden nicht umhinkommen, sich mit einer partiellen Außendämmung (besser Wärmedämmverbundsystem der gesamten Außenwand), z.B. farblich abgesetzt, zu beschäftigen.

Der Stahlträger muss von außen eine Wärmedämmung, z.B. aus Styrodur (mindestens 4 cm stark), erhalten, um auf einen U-Wert von etwa 0,8 zu kommen. Die Ausmauerung mit Porenbeton hat wegen des H-Profiles des Trägers keinen entscheidenden Einfluss auf die realisierte Wärmedämmung.

Auf jeden Fall ist auch die Unterseite des Stahlträgers mit einzubeziehen, sodass möglichst zwischen Fensterrahmen und Träger die Dämmung bis nach innen durchgehend ausgeführt wird. Sollte dies nicht mehr möglich sein, muss wenigstens bis an den Rahmen anschließend mit einem Dämmstoff gedämmt werden, der von noch besserer Qualität ist (z.B. PU-Schaum).

In ähnlicher Weise ist bei den Pfeilern vorzugehen. Mit anderen Worten: An allen Stellen sollten Pfeiler und Stahlträger außen entsprechende Dämmstoffschichten von wenigstens 4 cm (Styrodur, WLG 032) erhalten. Werden die Fenster bündig eingebaut, ist der Dämmstoff bis etwa Mitte Rahmen aufzusetzen. Hier finden Sie eine entsprechende Anleitung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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