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Expertenrat

Lohnt sich eine Erdwärmepumpe in unserem Haus?

Unser Experte Energie-Fachberater.de  antwortet

Frage von Christian Z. am 14.10.2020 

Unser EFH ist aus dem Jahr 1995/1996 und besitzt immer noch die erste/alte Heizung (keine Brennwert-Technik). Wir haben zwischenzeitlich die Dachsparren gedämmt und eine PV-Anlage mit 7,8 KW und 5,1 KW Speicher installiert. Unser Haus hat keine Fußbodenheizung, sondern ausschließlich Heizkörper.

Meine Frage lautet, ob und wie eine Heizungserneuerung nicht nur energetisch sinnvoll ist, sondern auch wirtschaftlich. Ergibt eine Erdwärme-Heizung alleine Sinn?

Antwort von Energie-Fachberater.de  

Wärmepumpen setzen eine möglichst niedrige Heizungs-Vorlauftemperatur voraus. Auf diese Weise müssen sie das Temperaturniveau der Umweltwärme nicht zu stark anheben und verbrauchen weniger Strom. Bei entsprechendem Dämmstandard arbeitet eine Wärmepumpe auch mit Heizkörpern effizient. Das gilt zumindest dann, wenn diese groß genug sind und das Haus auch bei Vorlauftemperaturen von 50 bis 55 °C wohlig warm heizen.

Ist das nicht der Fall, haben Sie eine Reihe von Alternativen:
1) Sie betreiben die Wärmepumpe mit der bestehenden Heizung. Die Gasheizung springt dabei nur an sehr kalten Wintertagen an, um die Wärmepumpe zu entlasten und die Heizkosten nicht unnötig in die Höhe steigen zu lassen.

2) Sie ersetzen einige Heizkörper im Haus. Infrage kommen zum Beispiel große dimensionierte Flachheizkörper oder spezielle Tieftemperaturheizkörper. Letztere übertragen durch integrierte Ventilatoren auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen mehr Wärme an den Raum und sind für den Einsatz mit Wärmepumpen gut geeignet.

3) Sie rüsten eine Flächenheizung nach. Eventuell lässt sich die neue Fußbodenheizung auch mit dem Austausch einiger Heizkörper kombinieren.

Welche der Maßnahmen nötig oder sinnvoll ist, lässt sich aus der Ferne leider nicht beurteilen. Grundsätzlich eignen sich Erd-Wärmepumpen durch die hohe Temperatur im Erdreich aber besser für die Sanierung als einfachere Luft-Wärmepumpen. Begünstigend kommt hier auch die groß ausgelegte Photovoltaikanlage hinzu, die einen Teil des Wärmepumpenstroms liefert und so für geringere Heizkosten sorgt.

Unser Tipp: Lassen Sie sich von einem Heizungsbauer oder von einem Energieberater aus Ihrer Region vor Ort beraten. Interessant ist dabei die Detail-Beratung der Verbraucherzentrale für Energieberatung, die dank staatlicher Förderung nur 30 Euro kostet.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass es aktuell eine attraktive Förderung für Wärmepumpen gibt. Denn über das BAFA beteiligt sich der Staat an 35 Prozent der anfallenden Kosten (das schließt auch Heizflächen/ Heizkörper mit ein). Wie Sie die Mittel beantragen und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in unserem Förder-eBook.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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