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Expertenrat

Wie kann ich in meiner Wohnung die Schimmelgefahr senken?

Frage von Horst E. am 29.09.2025 

Nach dem Bezug einer neuen Wohnung haben sich Fragen ergeben, die klärungsbedürftig sind. Eine davon betrifft die Vorbeugung gegen Schimmel in der Wohnung, und das aus berechtigtem Grund.

Die Wohnung liegt im Souterrain und ist schon allein von der Lage her recht kühl. Sie verfügt über eine Fußbodenheizung, die ich aus Kostengründen jetzt aber noch nicht in Betrieb nehme. Küche und Wohnbereich liegen über Eck und sind von einem kleinen Flur aus erreichbar. Bad und Duschbereich sind Miniaturen, bieten also keine Möglichkeit, gewaschene Wäsche dort aufzuhängen, sodass sich dafür eigentlich nur der kleine Flurbereich in der Wohnung anbietet.

Das Problem dabei ist, dass durch das Trocknen der Wäsche, die dort auf einem Wäscheständer platziert ist, viel feuchte Luft im Raum freigesetzt wird, die sich schnell an den Wänden niederschlägt. Die allgemein bekannte Vorgehensweise, durch stoßweises Lüften die Feuchtigkeit abzuführen, findet dabei selbstverständlich Beachtung, allerdings mit kleineren Abweichungen.

So ist es aus Raumanordnungsgründen nicht immer möglich, zum Zwecke der Erzeugung eines Durchzugs beide Fenster zu öffnen, also das in der Küche und im Wohnzimmer zugleich. Auch stehen die Fenster oder das im jeweiligen Raum geöffnete Einzelfenster manchmal auch länger offen als es beim Stoßlüften der Fall ist, allein schon deshalb, weil aus verschiedenen Gründen die Zeit fehlt und mir diese auch nicht zur Verfügung steht. Eines der Fenster bleibt dann oftmals auch auf Kipp, bei heruntergelassenen Außenrollos, stehen.

Einen ersten Schritt zur Lösung des Problems habe ich mit dem Kauf eines elektrischen Wäscheständers getan, der mit einer Abdeckung geliefert wurde, die über die aufgehängte Wäsche gestülpt werden kann. Ausreichend ist das sicher nicht, sodass ich über mehrere weitere Möglichkeiten momentan nachdenke und zwar über die Anschaffung eines Wäschetrockners, der auf die in der Küche befindliche Waschmaschine aufgesetzt wird, über die Besorgung eines entsprechenden Gebläses, das zusätzlich zum bereits beschafften elektrischen Wäscheständer unter diesen gestellt wird sowie über die Anschaffung einer mobilen Infrarotheizung, die auch noch ein wenig Wärme in die Wohnung bringt.

Was das Sichzulegen eines Wäschetrockners betrifft, so habe ich da zwischenzeitlich meine Zweifel, ob das überhaupt die richtige Lösung ist. Ich denke, eher nein. Sinnvoll ist sicher zu alldem, was ich an technischen Geräten zu beschaffen in Erwägung ziehe, zusätzlich die Anschaffung eines effizienten und leistungsfähigen Luftentfeuchters. Welcher käme dann aber infrage?

Da Sie hier über die erforderliche Expertise verfügen, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir hier einige Tipps und Empfehlungen geben und vielleicht auch Vorschläge machen, welche Geräte zur Beschaffung hier zweckdienlich sind.

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

In diesem Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Schimmelschutz zu unterstützen. So eignet sich in der Übergangszeit eine elektrische Infrarotheizung. Diese verbraucht durch den geringen Einsatz wenig, wärmt aber Wäsche, Flächen und indirekt auch die Luft auf. An warmen Flächen kommt es weniger zur Kondensation und die warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen und abführen.

Funktioniert das Querlüften allein nicht richtig, können Sie auch einen Ventilator aufstellen, um den „Durchzug“ zu unterstützen. Längeres Lüften mit gekippten Fenstern kann hingegen zum Nachteil werden. Denn dadurch kommt zum Ersten nur ein geringer Luftwechsel zustande. Zum Zweiten kühlen die Wände allmählich aus. Letzteres begünstigt die Kondensation im Laibungsbereich und damit auch die Bildung von Schimmel.

Die Haube ist eine gute Idee. Sie lässt sich durch einen lokalen Luftentfeuchter unterstützen. Kaufen Sie hier am besten einen Kondensations-Luftentfeuchter, der ab 12 bis 15 Grad Celsius Lufttemperatur funktioniert. Achten Sie darauf, dass das Gerät eine Entfeuchtungsleistung von mindestens 20 bis 25 Litern pro Tag hat und über einen Automatikmodus mit Zielfeuchte verfügt. Sinnvoll sind auch Geräte mit einem möglichst großen Tank oder einem Schlauchanschluss zur Dauerentwässerung, da Sie diese nur einmal am Tag bzw. nicht ausleeren müssen.

Entscheiden Sie sich für einen Wäschetrockner, empfiehlt sich ein Wärmepumpentrockner. Die Geräte arbeiten sparsam und geben nur wenig Feuchtigkeit an den Raum ab. Noch ein Tipp: Wählen Sie eine höhere Schleuderdrehzahl an der Waschmaschine, reduzieren Sie die Feuchtelast ebenfalls.

Am wirksamsten ist eine Kombination aus elektrischem Wäscheständer mit Abdeckung, einem Luftentfeuchter mit Hygrostat und regelmäßigem Stoßlüften, eventuell unterstützt durch einen Ventilator – wenn Sie auf den Trockner verzichten möchten.

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Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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