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Expertenrat

Wir wollen die Heizung austauschen. Welche Technik lohnt sich?

Frage von Walter K. am 09.08.2022 

1988 haben wir ein Haus (ca. 190 m² Wfl.) aus dem Jahre 1948 mit Sanierung 1968 gekauft. Wir haben von Ölheizung auf Gasheizung (Erdgas) umgestellt und in den folgenden Jahren teilsaniert. Sanierung eines einzügigen Kamins, Dachsanierung, Wanddämmung der Westseite, Verglasung eines Balkons mit Umwidmung zum Wintergarten, neue Fenster, neue Haustüre, teilweise neue Heizkörper mit Nischendämmung. In diesem Jahr hatten wir vor, unseren 34 Jahre alten Heizkessel, der noch gut arbeitet, durch einen Brennwertkessel zu ersetzen.

Die neue politische Lage einschließlich der Verteuerung der Energie zwingt uns nun zu neuen Entschlüssen. Für eine umfassende Sanierung unseres Hauses sind wir weder bereit noch in der finanziellen Lage. Wir wissen jedoch, dass wir erneuern müssen und sind auch bereit, im Rahmen unserer Möglichkeiten zu investieren. Wir stellen uns vor, einen Gasbrennwertkessel mit Solarthermie zu ergänzen. Auch für eine Pelletheizung sind die Voraussetzungen nicht so gut. Was meinen Sie dazu?

Antwort von ENERGIE-FACHBERATER  

Ohne das Gebäude im Detail zu kennen, ist eine Empfehlung bezüglich der neuen Heizung aus der Ferne leider nicht möglich. Einige Tipps können wir Ihnen aber geben. Welche Heizung infrage kommt, hängt sehr stark vom energetischen Zustand des Gebäudes und der Art der Wärmeverteilung darin ab. Haben Sie beispielsweise eine gute Dämmung und überwiegend Fußbodenheizung, eignet sich eine Wärmepumpe. Diese benötigt Vorlauftemperaturen von maximal 50 Grad Celsius, um effizient für wohlige Wärme zu sorgen und kann eine bestehende Heizung ergänzen.

Sind die Voraussetzungen nicht optimal, bietet die Gasbrennwert-Hybridheizung eine interessante Alternative. Dabei kombinieren Sie Gasheizung sowie Wärmepumpe und heizen weitestgehend mit Umweltwärme. Bis zum 14.08.2022 erhalten Sie noch 30 Prozent Förderung für die Hybridheizung. Ab 15.08.2022 steht diese nicht mehr zur Verfügung.

Die Kombination aus Brennwerttherme und Solarthermie ist ebenfalls interessant. Soll die Solaranlage einen Teil der Heizkosten decken, sollten Sie jedoch eine Fläche von einem Quadratmeter pro 10 Quadratmeter beheizter Gebäudefläche einplanen. Wollen Sie die Solaranlage zur Warmwasserbereitung nutzen, genügen etwa 1 bis 1,5 m² Kollektorfläche pro Person im Haushalt. Die Einsparung bei den Heizkosten liegt dann in der Regel bei etwa 5 Prozent. Fördermittel für die Solarthermie erhalten Sie in Form von Zuschüssen (30 Prozent, ab 15.08.2022 25 % Förderung) über die BEG.

Eine Pelletheizung kommt infrage, wenn der Platz in Ihrem Haus ausreichend groß bemessen ist. Die Anlagen setzten auf regional verfügbare Brennstoffe und arbeiten vollautomatisch. Die Pelletpreise sind zwar angestiegen, liegen aber immer noch deutlich unter den Preisen für Öl und Gas. Interessant ist die Förderung für Pelletheizungen, die es bis 14.08.2022 noch in Höhe von 35 bis 55 Prozent der Kosten gibt. Ab 15.08.2022 sinkt diese auf 10 bis 25 Prozent, was die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme stark beeinflusst.

Laden Sie sich auch unseren Ratgeber "Schritt-für-Schritt zur neuen Heizung" herunter. Darin erfahren Sie, welche Lösungen zur Auswahl stehen, wie Sie die passende finden und wie der Heizungstausch abläuft.

Sie möchten von den aktuellen Konditionen profitieren und spätestens am 14.08.2022 einen Förder-Antrag stellen? Mit unserem Last-Minute-Förder-Service ist das möglich. Wichtig zu wissen: Sie können jetzt noch Fördermittel für die neue Heizung beantragen und sich die attraktiven Förderraten sichern. Bis zum Verwendungsnachweis haben Sie dann Zeit, die Förderung auf eine andere Heizungsanlage umzustellen, sofern sich Ihre Pläne ändern.

Angebote von Handwerkern aus Ihrer Region bekommen Sie kostenfrei und unverbindlich über unser Online-Angebotstool für die Heizung.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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