Meine Frau und ich sanieren aktuell einen Altbau aus dem Jahr 1956, das Haus wurde aber 1986 großzügig umgebaut. Im Bad (Teil des Altbestands von 1956, 1. OG) sind beim Abriss der nicht mehr allzu guten Putzwände in der Dachschräge Heraklith-Platten aufgetaucht, die ich sicherheitshalber entfernt habe, da sie bei der Demontage der Putzlagen Schaden genommen haben und Teile auch kleine Risse hatten. Dahinter kamen allerdings die Dachsparren und -latten zum Vorschein sowie die Unterseite der Biberschwanz-Tonziegel.
Das Dach ist also ungedämmt. Außerdem ist überhaupt keine Hinterlüftung des Daches sichtbar (keine entsprechenden Ziegel oder Öffnungen und auch kein Lochband o.Ä. an der Traufe, sondern dort Holzlatten). Das Dach ist aber – soweit man sehen kann – trocken. Oberhalb der Dachschräge befindet sich noch das 1986 nachträglich ausgebaute Dachgeschoss,hier haben die damaligen Eigentümer eine gelbe Mineralwolle mit Alufolie nach innen eingebracht. Ich kann dort aber nicht besonders tief hineinschauen.
Da wir nur das Bad sanieren wollen und eine neue Dacheindeckung nicht infrage kommt, möchte ich gern fragen, ob eine Dämmung von innen, z.B. als Zwischensparrendämmung möglich ist oder ob man eine Hinterlüftungsebene einziehen sollte. Das Bad soll eine Fußbodenheizung bekommen, die bis zum ehemaligen Kniestock (ca. 30cm hoch, bestand aus Heraklith, jetzt nur noch Holz-Unterkonstruktion vorhanden) verlegt werden sollte.
Grundsätzlich ist es möglich, hier eine Zwischensparrendämmung anzubringen. Variante eins wäre dabei eine hinterlüftete Konstruktion. Dabei bringen Sie die Dämmstoffe innen an und lassen etwa 2 bis 4 cm Platz zur Eindeckung. Innen folgt eine Dampfbremse, bevor eine Lattung die neue Decke aufnimmt. Wichtig ist hier eine Öffnung im Traufbereich, damit Luft durch den Spalt strömen und eventuell eingedrungene Feuchtigkeit abführen kann. Diese Lösung wäre die sicherste.
Praktikabler ist eine Dämmung bis an die bestehende Eindeckung, eventuell mit Holzfaser oder Mineralwolle. Diese Ebene schließen Sie mit einer feuchtevariablen Dampfsperre ab, bevor eine Lattung die neue Decke aufnimmt. Die Lattung schafft dabei eine schmale Installationsebene, welche die absolut luftdicht angebrachte Dampfbremse schützt. Diese Lösung ist in der Praxis üblicherweise am besten umzusetzen. Ratsam wäre es aber, die Dichtheit der Konstruktion mit einer Luftdichtigkeitsprüfung sicherzustellen.
In beiden Fällen kommt es darauf an, dass das Dach von außen wind- sowie wasserdicht ist. Eine eventuell fehlende Unterspannbahn müssten Sie dabei von innen nachrüsten.
Wir empfehlen, die Konstruktion mit einem Energieberater aus Ihrer Region zu besprechen. Dieser kann die örtlichen Gegebenheiten genau prüfen, bevor er eine belastbare Antwort gibt. Aus der Ferne ist das leider nicht uneingeschränkt möglich.