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Expertenrat

Wie dämme ich den Übergang von Dachschrägen zur obersten Geschossdecke richtig und worauf ist bei der Klapptreppe zu achten?

Unser Experte Dipl.-Ing. Frank Nowotka antwortet

Frage von Pascal v. am 29.03.2021 

Ich möchte gerne meine oberste Geschossdecke dämmen. Leider fehlt mir zum einen die Lösung, wie ich meine Klapptreppe zum Spitzboden korrekt dämmen kann. Zum Zweiten geht das Dach zu 1,50 m in das OG über. Wie kann ich die Geschossdecke von oben und die 1,50 m Schräge so dämmen, dass am wenigsten Energie am Übergang Dach/Decke verloren geht. Des Weiteren die Frage, ob es sinnvoll/erlaubt ist, eine Zwischensparrendämmung aus PUR-Platten und Schaum zu verwenden, da ich bei 12 cm Sparren den bestmöglichen U-Wert herstellen möchte. Ergibt es Sinn, die oberste Geschossdecke besser zu dämmen als die Schrägen?

Antwort von Dipl.-Ing. Frank Nowotka 

Bei der Beantwortung der Frage muss zwischen einem ausgebauten, beheizten Dachgeschoss und einem unbeheizten, nicht ausgbauten Dachgeschoss unterschieden werden. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist absolut sinnvoll, wenn der darüber liegende Dachraum nicht für Wohnzwecke genutzt, also nicht beheizt wird und dies auch nicht in der nahen Zukunft vorgesehen ist. Handelt es sich jedoch um beheizbare bzw. beheizte Räume, gehört die Dämmung in die Dachschrägen oberhalb des Dachausbaus. Die oberste Geschossdecke wird dann nur im waagerechten Abschnitt hinter dem Drempel gedämmt. Besitzen die Räume im Obergeschoss Dachschrägen, sollte die Dämmung der obersten Geschossdecke in die Dämmung der Dachschrägen möglichst ohne Unterbrechung übergehen. Ein Wechsel der Dämmstoffmaterialien aus konstruktiven oder technologischen Gründen ist hier möglich. Für die Dachschrägen eignen sich am besten mattenartige Dämmstoffe wie Mineralwolle oder Holzweichfaser, die den im Dachgeschoss anzutreffenden Balkenlagen, Pfetten und anderen Konstruktionshölzern besonders in den Schrägen gut angepasst werden können. Eine PU-Schaumplatte eignet sich hier weniger, da diese nicht zusammdrückbar ist und daher nicht lückenfrei eingesetzt werden kann. Eine sehr gute Dämmwirkung und Lückenlosigkeit der Dämmebene lassen sich auch mit einblasfähigen Dämmstoffen wie Zellulose oder Holzfasern erzielen, deren Einsatzmöglichkeit jedoch anhand der konkreten Bedingungen vor Ort geprüft werden muss.

Für die oberste Geschossdecke ist bei mattenartigen oder einblasfähigen Dämmstoffen eine begehbare Konstruktion (Kanthölzer, Laufbohle) erforderlich. Stattdessen ließen sich auch Elemente aus PU-Schaum oder Styropor mit aufgeklebten Holzspanplatten (verlegt mit Stufenfalz) einsetzen. Voraussetzung dafür ist eine möglichst ebene oberste Geschossdecke, die unterhalb der begehbaren Fläche nicht von Außenluft durchströmt werden kann. Ist dies der Fall, z.B. dann, wenn es sich um eine nicht verfüllte Holzbalkendecke handelt, muss nach Demontage der Laufbretter in den Hohlraum ein schüttfähiger, einblasfähiger oder mattenartiger Dämmstoff eingefüllt werden. Die Dämmung der oberen Hüllflächen des Gebäudes sollte mit gleicher oder ähnlicher Dämmstoffstärke (mindestens etwa 12 cm, besser mehr, wenn möglich) ausgeführt werden. Ein Luftspalt von wenigstens 2 cm ist in der Schräge zur Dachseite hin zu belassen, wenn eine ältere Unterspannbahn oder Bretter mit Bitumenpappe bei unbekannten Eigenschaften vorgefunden wird. Auf den Luftspalt kann verzichtet werden (bessere Lösung), wenn eine moderne Unterspannbahn mit einem sehr niedrigen sd-Wert eingebaut wurde. Anregungen, wie mit der Klapptreppe zu verfahren ist, können sie den Konstruktionszeichnungen der Hersteller entnehmen, die Klapptreppen für Niedrigstenergiehäuser anbieten. Da es vor allem um hohe Luftdichtheit geht, ist im Zuge der Dämmmaßnahmen der Einbau einer neuen Klapptreppe mit mindestens zwei Luftdichtungsebenen empfehlenswert.

Bitte beachten Sie: Unser Expertenrat "aus der Ferne" kann den Vor-Ort-Termin mit einem Energieberater oder Sachverständigen nicht ersetzen. Wir beantworten alle Fragen nach bestem Wissen, aber nicht rechtlich verbindlich, und übernehmen keine Haftung. Die Experten liefern einen Anhaltspunkt, wie eine Lösung des jeweiligen Problems aussehen könnte und welche Fragen der Hausbesitzer dazu noch klären muss.
 
 
 
 

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